Im Natio­nal­rat wur­de heu­te (12.6.) die Revi­si­on des DSG dis­ku­tiert. Streit­punkt war vor allem die Fra­ge, auf wel­che Wei­se das DSG wei­ter bera­ten wird. Das Pro­to­koll der Bera­tung ist auf der Web­site des Par­la­ments ver­füg­bar, ent­hält aber (zumin­dest in der ver­füg­ba­ren pro­vi­so­ri­schen Fas­sung) nicht alle Wort­mel­dun­gen. – Die NZZ hat zur Bera­tung heu­te eine Mel­dung ver­öf­fent­licht.

Die Rats­lin­ke und teils -mit­te – ver­tre­ten z.B. durch Bal­tha­sar Glätt­li – sprach sich für die gesamt­haf­te Bera­tung aus, wäh­rend die recht(er)e Rats­sei­te (u.a. NR Roma­no, CVP/TI) an einer gestaf­fel­ten Bera­tung fest­hal­ten woll­te, u.a. zur Sicher­stel­lung der Adäquanz des schwei­ze­ri­schen Rechts. BR Som­ma­ru­ga beton­te eben­falls die Bedeu­tung des Daten­schut­zes im Inter­net­zeit­al­ter und der Adäquanz des schwei­ze­ri­schen Daten­schut­zes.

Bei der Bera­tung gin­gen Red­ner bei­der Sei­ten auch auf mate­ri­el­le Fra­gen der Revi­si­on ein. Glätt­li etwa hielt fest – auch wenn er es kri­ti­sier­te -, dass im schwei­ze­ri­schen Ent­wurf zur­zeit kein Kopp­lungs­ver­bot vor­ge­se­hen ist. Gene­rell ver­lang­te er, auf sowohl auf einen posi­ti­ven als auch auf einen nega­ti­ven Swiss Finish zu ver­zich­ten. Die Rats­rech­te wehr­te sich in erster Linie gegen büro­kra­ti­schen Auf­wand, der den Daten­schutz nicht ver­bes­sert, bspw. im Zusam­men­hang mit Daten­schutz­er­klä­run­gen. Die SVP wer­de, so Gre­gor Rutz, kei­ner Vor­la­ge zustim­men, die nur unnö­ti­ge Kosten und Büro­kra­tie (“euro­päi­scher Unsinn”) mit sich brin­ge.

Am Ende zog Wer­muth den Min­der­heits­an­trag der SPK zurück, die Revi­si­on an die Kom­mis­si­on zurück­zu­wei­sen und gesamt­haft zu bera­ten. Damit steht fest, dass die Revi­si­on gestaf­felt bera­ten wird. Das Par­la­ment hat sodann die Umset­zung von Schen­gen beschlos­sen, die in erster Linie durch Anpas­sun­gen einer Rei­he von Straf­tat­be­stän­den und wei­te­rer Bestim­mun­gen erfolgt (vgl. dazu unse­ren früheren Bei­trag mit den ent­spre­chen­den Fah­nen). Sie betrifft Daten­be­ar­bei­tun­gen durch Bun­des­or­ga­ne im Schen­gen-Bereich. Im Rah­men der spä­te­ren Total­re­vi­si­on des DSG wer­den die­se Bestim­mun­gen vor­aus­sicht­lich wie­der ins DSG inte­griert wer­den.

Die Bera­tung des DSG dürf­te kon­tro­vers geführt wer­den; mit einer schlan­ken Ver­ab­schie­dung des Ent­wurfs des DSG ist ange­sichts der heu­ti­gen Bera­tung nicht mehr zu rech­nen.

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Rechtsanwalt bei FRORIEP. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich. Er ist Gründer von swissblawg.