Der Rat der Euro­päi­schen Uni­on ist dabei, sei­nen Stand­punkt zur ePri­va­­­cy-Ver­­­or­d­­­nung fest­zu­le­gen (aktu­el­ler Ent­wurf als PDF, 5. Dezem­ber 2017; die Ände­run­gen ­bezie­hen sich auf den Ent­wurf der Kom­mis­si­on vom 10. Janu­ar 2017). Das Par­la­ment hat­te dazu bereits am 26. Okto­ber 2017 Stel­lung genom­men (die Vor­schlä­ge der Kom­mis­si­on und des Par­la­ments sind hier gegen­über­ge­stellt).

Art. 3 der Ver­ord­nung wird dabei die inter­na­tio­na­le Anwend­bar­keit der ePri­va­­­cy-Ver­­­or­d­­­nung regeln. In den Fas­sun­gen der Kom­mis­si­on und des Par­la­ments war nicht klar, wie weit die Anwen­dung auf Unter­neh­men ohne Nie­der­las­sung in der EU geht. Der Rat will das nun klar­stel­len: Erfasst wären die sach­lich der Ver­ord­nung unter­fal­len­den Vor­gän­ge, u.a. die Über­mitt­lung elek­tro­ni­scher Wer­bung, wenn sie sich an End­nut­zer rich­ten, die sich in der EU auf­hal­ten. Die Anwend­bar­keit lehnt sich dabei an die Anwen­dung der DSGVO auf die Ver­hal­tens­be­ob­ach­tung an.

Eben­falls wie nach der DSGVO ist ein Ver­tre­ter zu bestel­len, wenn ein ausser­eu­ro­päi­sches Unter­neh­men unter die ePri­va­­­cy-Ver­­­or­d­­­nung fällt, wobei ErwG 9a in der vom Par­la­ment vor­ge­schla­ge­nen Fas­sung klar­stellt, dass die­ser Ver­tre­ter gleich­zei­tig der Ver­tre­ter i.S.v. Art. 27 DSGVO sein kann.

Art. 3 der ePri­va­­­cy-Ver­­­or­d­­­nung (“Ter­ri­to­ri­al scope and rep­re­sen­ta­ti­ve”) in der Fas­sung des Rats hat fol­gen­den Wort­laut (Her­vor­he­bun­gen hin­zu­ge­fügt):

1. This Regu­la­ti­on applies to:

(a) the pro­vi­si­on of elec­tro­nic com­mu­ni­ca­ti­ons ser­vices to end-users who are in the Uni­on,

(aa) the pro­ces­sing of elec­tro­nic com­mu­ni­ca­ti­ons con­tent in trans­mis­si­on and of elec­tro­nic com­mu­ni­ca­ti­ons meta­da­ta of end-users who are in the Uni­on;

(c ) the pro­tec­tion of infor­ma­ti­on pro­ces­sed by or emit­ted by or stored in the ter­mi­nal equip­ment of end-users who are in the Uni­on.

(ca) the pla­cing on the Uni­on mar­ket of soft­ware per­mit­ting elec­tro­nic com­mu­ni­ca­ti­ons, inclu­ding the retrie­val and pre­sen­ta­ti­on of infor­ma­ti­on on the inter­net;

(cb) the offe­ring of publicly avail­able direc­to­ries of end-users of elec­tro­nic com­mu­ni­ca­ti­ons ser­vices who are in the Uni­on;

(cc) the sen­ding or pre­sen­ting of direct mar­ke­ting com­mu­ni­ca­ti­ons to end-users who are in the Uni­on.

2. Whe­re […] is not esta­blished in the Uni­on it shall desi­gna­te in wri­ting a rep­re­sen­ta­ti­ve in the Uni­on.

2a. The requi­re­ments laid down in para­graph 2 shall not apply if activi­ties listed in para­graph 1 are occa­sio­nal and are unli­kely to result in a risk to the fun­da­men­tal rights of end-users taking into account the natu­re, con­text, scope and pur­po­se of tho­se activi­ties.

3. The rep­re­sen­ta­ti­ve shall be esta­blished in one of the Mem­ber Sta­tes whe­re the end-users of such elec­tro­nic com­mu­ni­ca­ti­ons ser­vices are loca­ted.

[…]

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Rechtsanwalt bei FRORIEP. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich. Er ist Gründer von swissblawg.