Die Liech­ten­stei­ni­sche Regie­rung hat die Ver­nehm­las­sung zur Total­re­vi­si­on des liech­ten­stei­ni­schen Daten­schutz­ge­set­zes eröff­net, die bis zum 28. Febru­ar 2018 dau­ert.

Die Vor­la­ge und der Erläu­te­rungs­be­richt (der “Ver­nehm­las­sungs­be­richt” heisst und dem schwei­ze­ri­schen “Erläu­te­rungs­be­richt” ent­spricht) sind auf der Web­site der Liech­ten­stei­ni­schen Lan­des­ver­wal­tung abruf­bar.

Grund­la­ge des total­re­vi­dier­ten LI-DSG ist nicht mehr – wie heu­te – das schwei­ze­ri­sche DSG, son­dern das deut­sche Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz (BDSG).

Die Medi­en­mit­tei­lung dazu lau­tet wie folgt:

Die Regie­rung hat in ihrer Sit­zung vom 19. Dezem­ber 2017 den Ver­nehm­las­sungs­be­richt betref­fend die Total­re­vi­si­on des Daten­schutz­ge­set­zes sowie die Abän­de­rung wei­te­rer Geset­ze ver­ab­schie­det.

Die Total­re­vi­si­on des Daten­schutz­ge­set­zes erfolgt im Hin­blick auf die geplan­te Über­nah­me der Daten­schutz­grund­ver­ord­nung (Ver­ord­nung (EU) 2016/679) in das EWR-Abkom­men. Die Daten­schutz­grund­ver­ord­nung wird nach der Über­nah­me in das EWR-Abkom­men unmit­tel­bar anwend­bar sein und bedürf­te grund­sätz­lich kei­ner wei­te­ren natio­na­len Umset­zung. Die DSGVO ent­hält aber zahl­rei­che “Öff­nungs­klau­seln”, die den natio­na­len Gesetz­ge­ber ver­pflich­ten bzw. berech­ti­gen, bestimm­te Aspek­te gesetz­lich näher zu regeln.

Mit der Daten­schutz­grund­ver­ord­nung wer­den die in der Daten­schutz­richt­li­nie von 1995 ver­an­ker­ten Grund­sät­ze zum Schutz der Pri­vat­sphä­re aktua­li­siert und moder­ni­siert. Der Ein­zel­ne soll mehr Kon­trol­le über sei­ne per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten haben und leich­ter auf die­se Daten zugrei­fen kön­nen. Per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten sol­len in einer stark ver­netz­ten Welt geschützt wer­den, unab­hän­gig davon, wohin sie über­mit­telt und wo sie ver­ar­bei­tet oder gespei­chert wer­den. Möch­te ein Bür­ger nicht, dass sei­ne Daten ver­ar­bei­tet wer­den, so müs­sen die Daten gelöscht wer­den, wenn kein berech­tig­ter Grund für deren Spei­che­rung vor­liegt.

Für Unter­neh­men soll der neue ein­heit­li­che euro­päi­sche Rechts­rah­men neben mehr Rechts­si­cher­heit vor allem gerin­ge­re Kosten und weni­ger Ver­wal­tungs­auf­wand gene­rie­ren. Der Ver­nehm­las­sungs­be­richt kann bei der Regie­rungs­kanz­lei oder über www.rk.llv.li (Ver­nehm­las­sun­gen) bezo­gen wer­den. Die Ver­nehm­las­sungs­frist endet am 28. Febru­ar 2018.

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Rechtsanwalt bei FRORIEP. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich. Er ist Gründer von swissblawg.