Moti­on Rik­lin (17.4246): Fort­set­zung der Open-Government-Data-Stra­te­gie ab 2019

Eingereichter Text

Der Bun­des­rat wird auf­ge­for­dert, auch in den Jah­ren ab 2019 eine Open Government Data (OGD) – Stra­te­gie zu för­dern. Die Publi­ka­ti­on der Daten soll, wie in der aktu­el­len OGD-Stra­te­gie fest­ge­hal­ten, für die gesam­te Bun­des­ver­wal­tung sowie die bun­des­na­hen Betrie­be zu einer ver­bind­li­chen Auf­ga­be wer­den (“open data by default”). Die Umset­zung der OGD-Stra­te­gie soll mit den dazu nöti­gen recht­li­chen, finan­zi­el­len und orga­ni­sa­to­ri­schen Mass­nah­men unter­stützt wer­den.

Begründung

Die aktu­el­le Open Government Data (OGD)-Strategie 2014 – 2018 ist zur­zeit in der Umset­zung. Zahl­rei­che Mass­nah­men wie der Auf­bau und Betrieb einer natio­na­len Open Data Platt­form (opendata.swiss) und die Daten­in­ven­ta­ri­sie­rung des Bun­des konn­ten bereits erfolg­reich umge­setzt wer­den oder sind auf dem Weg dazu. Ande­re Mass­nah­men wie die Über­prü­fung der Gebüh­ren­po­li­tik haben gezeigt, dass gesetz­li­che Anpas­sun­gen nötig sind, um bspw. OGD auch im Bereich Geo- und Meteo­da­ten zu ermög­li­chen. So wird es auch ab 2019 not­wen­dig sein, OGD in der Schweiz zu för­dern, um letzt­lich die Visi­on und den geplan­ten Nut­zen in der aktu­el­len OGD-Stra­te­gie zu errei­chen. Dazu soll eine OGD-Stra­te­gie ab 2019 ent­wickelt wer­den, die neben den nicht abge­schlos­se­nen Mass­nah­men der OGD-Stra­te­gie 2014 – 2018 auch neue Mass­nah­men auf­nimmt, wie bspw. die Ein­füh­rung eines OGD-Geset­zes, Auf­he­bung der Gebüh­ren bei Daten, die vor­han­de­nen Daten unter Crea­ti­ve Com­mons Lizen­zen ver­öf­fent­li­chen sowie das Daten­in­ven­tar öff­nen, um einen Über­blick der bereits zugäng­li­chen und noch geschlos­se­nen Daten zu erhal­ten. Die Publi­ka­ti­on der Daten soll bis 2020 für die gesam­te Bun­des­ver­wal­tung sowie die bun­des­na­hen Betrie­be zu einer ver­bind­li­chen Auf­ga­be wer­den (“open data by default”) und ist mit den dazu nöti­gen recht­li­chen, finan­zi­el­len und orga­ni­sa­to­ri­schen Mass­nah­men zu unter­stüt­zen. Zudem ist im Rah­men der Fort­set­zung der OGD-Stra­te­gie für die Jah­re ab 2019 der Bei­tritt der Schweiz zur Open Government Part­nership (OGP) anzu­stre­ben, um auch in die­sem Rah­men die füh­ren­de Rol­le der Schweiz in der Digi­ta­li­sie­rung gel­tend zu machen.

Stellungnahme des Bundesrats vom 14.2.2018

Die Ver­ab­schie­dung einer Open-Government-Data-Stra­te­gie Schweiz 2019 – 2022 ist ein Bun­des­rats­ziel für 2018. In der Open-Government-Data-Stra­te­gie 2019 – 2022 wer­den auch die für die Umset­zung not­wen­di­gen recht­li­chen, finan­zi­el­len und orga­ni­sa­to­ri­schen Mass­nah­men defi­niert. Zur­zeit wird eru­iert, wel­che kon­kre­ten Mass­nah­men und Zie­le in die Stra­te­gie auf­ge­nom­men wer­den. Es ist des­halb ver­früht, die­se ver­bind­lich fest­zu­le­gen.

Die For­de­rung der Moti­on, wonach nebst der Bun­des­ver­wal­tung auch bun­des­na­he Betrie­be ver­bind­lich ver­pflich­tet wer­den sol­len ihre Daten zu publi­zie­ren, ist gestützt auf die heu­ti­ge Rechts­la­ge nicht durch­setz­bar. Es wird jedoch ein Ziel der Stra­te­gie sein, auch für bun­des­na­he Betrie­be mög­lichst gün­sti­ge Bedin­gun­gen für die Publi­ka­ti­on ihrer Daten zu schaf­fen. Bereits heu­te publi­zie­ren z. B. Swis­s­com oder SBB Tei­le ihrer Daten als OGD.

Die Erar­bei­tung eines spe­zi­fi­schen OGD-Geset­zes ist für den Bun­des­rat aus heu­ti­ger Sicht für die Wei­ter­ent­wick­lung von OGD nicht zwin­gend und wird des­halb nicht als Mass­nah­me in die OGD-Stra­te­gie 2019 – 2022 auf­ge­nom­men. Viel­mehr sol­len dort wo nötig, die ent­spre­chen­den Spe­zi­al­ge­set­ze ange­passt wer­den.

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Rechtsanwalt bei FRORIEP. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich. Er ist Gründer von swissblawg.