Postu­lat Béglé (16.3382): Sicher­heit im Inter­net der Din­ge. Kom­pe­tenz­för­de­rung

Der Bun­des­rat bean­trag­te am 17. August 2016 die Ableh­nung des Postu­la­tes.

Eingereichter Text

Der Bun­des­rat wird beauf­tragt, zu prü­fen, auf wel­che Wei­se das Fach­wis­sen auf dem Gebiet der Sicher­heit im Inter­net der Din­ge am besten geför­dert wer­den könn­te. Eine Spe­zia­li­sie­rung auf den Schutz der Pri­vat­sphä­re in die­sem Bereich, könn­te der Schweiz Wett­be­werbs­vor­tei­le brin­gen.

Eine unzu­läng­li­che Siche­rung kann zum Bei­spiel dazu füh­ren, dass per­sön­li­che Daten im Inter­net ver­öf­fent­licht (z.B. Loka­li­sie­rung von Nut­ze­rin­nen und Nut­zern fern­ge­steu­er­ter Ther­mo­sta­te) oder Pati­en­ten­da­ten gehackt wer­den (z.B. Daten eines inter­net­fä­hi­gen Mess­ge­rä­tes).

Der Bund könn­te zum Bei­spiel jedes Jahr einen Wett­be­werb für inno­va­ti­ve Start-ups zum The­ma “Sicher­heit im Inter­net der Din­ge” orga­ni­sie­ren. Er könn­te alle Her­stel­ler von Objek­ten, in die schon bei ihrer Kon­zep­ti­on Sicher­heits­tech­no­lo­gie inte­griert wer­den muss (Her­stel­ler von inter­net­fä­hi­gen Gerä­ten und Domo­tik-Syste­men, Anbie­ter von Sicher­heits­sy­ste­men für das Eigen­heim oder das Unter­neh­men), mit­ein­an­der zu ver­net­zen, da dies die Koor­di­na­ti­on erleich­tern wür­de. Wei­ter könn­te der Bund die Aus­bil­dung von Spe­zia­li­stin­nen und Spe­zia­li­sten für kom­ple­xe Kon­fi­gu­ra­tio­nen, die den Sicher­heits-, Anpas­sungs- und Latenz­an­for­de­run­gen genü­gen müs­sen, för­dern. Und schliess­lich müss­te unbe­dingt eine Liste der für die natio­na­le Sicher­heit wich­ti­gen Gerä­te erstellt und deren Siche­rung ver­an­lasst wer­den.

Das Inter­net der Din­ge boomt und die Schweiz muss schnell reagie­ren, wenn sie die­se wirt­schaft­li­che Chan­ce ergrei­fen und sich bes­ser gegen Hacker und Ter­ro­ri­sten schüt­zen will.

Begründung

Nach den Men­schen wer­den nun auch die Din­ge über das Inter­net mit­ein­an­der ver­netzt. Eine gan­ze Welt beginnt sich rund um das Inter­net der Din­ge zu eta­blie­ren. Die “Dyna­mic Coali­ti­on on the Inter­net of Things” orga­ni­siert jedes Jahr eine zwei­tä­gi­ge Debat­te zum The­ma, und es exi­stiert bereits eine Such­ma­schi­ne, die auf ver­netz­te Objek­te spe­zia­li­siert ist. Ausser­dem arbei­ten schon vie­le Unter­neh­men an der Kon­fi­gu­ra­ti­on der Netz­wer­ke und an der Siche­rung der ver­netz­ten Objek­te.

Im Bereich der Sicher­heit bleibt aber noch viel zu tun. Die Tech­no­lo­gi­en, die für das Inter­net ent­wickelt wur­den, sind für die ver­netz­ten Objek­te nicht geeig­net, da die­se oft nicht die nöti­ge Rechen­lei­stung erbrin­gen kön­nen, um Bot­schaf­ten zu chif­frie­ren oder zu dechif­frie­ren. Ausser­dem sind die Netz­wer­ke nicht immer sicher.

Ein gut gesi­cher­tes Inter­net der Din­ge wür­de zu grö­sse­rer Effi­zi­enz und gestei­ger­ter Pro­duk­ti­vi­tät der Nut­ze­rin­nen und Nut­zer füh­ren, neue wirt­schaft­li­che Mög­lich­kei­ten eröff­nen und Schutz gegen die Cyber­kri­mi­na­li­tät bie­ten.

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Rechtsanwalt bei FRORIEP. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich. Er ist Gründer von swissblawg.