Das Par­la­ment hat im Juni 2024 eine Ände­rung des KVG ver­ab­schie­det mit dem Ziel, den elek­tro­ni­schen Daten­aus­tausch zwi­schen Gemein­den bzw. Kan­to­nen und Kran­ken­ver­si­che­rern, die Klä­rung von Wohn­sitz­fra­gen bei der Prä­mi­en­be­rech­nung und die Berei­ni­gung des Risi­ko­aus­gleichs um “Phan­tom­ver­si­cher­te” zu regeln. Der Bun­des­rat hat nun den erläu­tern­den Bericht zu den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen in der KVV im März 2026 in die Ver­nehm­las­sung geschickt:

Die Ver­ord­nungs­än­de­run­gen sol­len am 1. Juni 2027 in Kraft treten.

Unter ande­rem soll das EDI ermäch­tigt wer­den, das Daten­aus­tausch­ver­fah­ren in einer eige­nen Ver­ord­nung zu regeln. Der Daten­aus­tausch soll fol­gen­de Berei­che abdecken:

  • Kon­trol­le der Ver­si­che­rungs­pflicht, Bestim­mung des Arbeits­kan­tons von Grenz­gän­gern und des Wohn­orts der ver­si­cher­ten Person
  • Infor­ma­ti­on der Ver­si­che­rer durch die Kan­to­ne über Dop­pel- und Mehrfachversicherungen
  • Nicht kon­tak­tier­ba­re Ver­si­cher­te, deren Ver­si­che­rungs­pflicht sistiert wer­den soll
  • Bestim­mung des Ver­si­cher­ten­be­stands nach Art. 16a Abs. 1 Bst. b KVG, nament­lich zur Iden­ti­fi­ka­ti­on von Asyl­su­chen­den, vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­nen und Schutz­be­dürf­ti­gen ohne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung, die Sozi­al­hil­fe beziehen

Infor­ma­tio­nen über den Bezug von Sozi­al­hil­fe sind beson­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten im Sin­ne des DSG. Bis­her haben Kan­to­ne man­gels gesetz­li­cher Grund­la­ge sol­che Daten nicht an Ver­si­che­rer wei­ter­ge­ge­ben. Im Zuge der erwähn­ten KVG-Revi­si­on wur­de daher Art. 16a Abs. 2 KVG als for­mell­ge­setz­li­che Grund­la­ge für die­se Daten­wei­ter­ga­be geschaffen.

Die Vor­la­ge regelt wei­ter ein gestaf­fel­tes Ver­fah­ren bei nicht kon­tak­tier­ba­ren Ver­si­cher­ten bis zum Aus­schluss nicht kon­tak­tier­ba­rer Per­so­nen aus dem Versichertenbestand.