BGE 144 III 100 (28.2.18): kla­ge­wei­se Durch­setz­bar­keit von Infor­ma­ti­ons­rech­ten eines Verwaltungsrats

Das BGer hat am 28. Febru­ar 2018 in BGE 144 III 100 ent­schie­den, dass die Aus­­­­kunfts- und Ein­sichts­rech­te der VR-Mit­­­­glie­­­der bei einer AG gemäss Art. 715a OR durch eine Lei­stungs­kla­ge gericht­lich durch­ge­setzt wer­den kön­nen und dass dabei das sum­ma­ri­sche Ver­fah­ren anwend­bar ist. Das Urteil wur­de von swiss­blawg zusam­men­ge­fasst

Art. 715a OR lau­tet wie folgt:

Art. 715a OR

5. Recht auf Aus­kunft und Einsicht

1 Jedes Mit­glied des Ver­wal­tungs­ra­tes kann Aus­kunft über alle Ange­le­gen­hei­ten der Gesell­schaft ver­lan­gen.
2 In den Sit­zun­gen sind alle Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes sowie die mit der Geschäfts­füh­rung betrau­ten Per­so­nen zur Aus­kunft ver­pflich­tet.
3 Ausser­halb der Sit­zun­gen kann jedes Mit­glied von den mit der Geschäfts­füh­rung betrau­ten Per­so­nen Aus­kunft über den Geschäfts­gang und, mit Ermäch­ti­gung des Prä­si­den­ten, auch über ein­zel­ne Geschäf­te ver­lan­gen.
4 Soweit es für die Erfül­lung einer Auf­ga­be erfor­der­lich ist, kann jedes Mit­glied dem Prä­si­den­ten bean­tra­gen, dass ihm Bücher und Akten vor­ge­legt wer­den.
5 Weist der Prä­si­dent ein Gesuch auf Aus­kunft, Anhö­rung oder Ein­sicht ab, so ent­schei­det der Ver­wal­tungs­rat.
6 Rege­lun­gen oder Beschlüs­se des Ver­wal­tungs­ra­tes, die das Recht auf Aus­kunft und Ein­sicht­nah­me der Ver­wal­tungs­rä­te erwei­tern, blei­ben vorbehalten.