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Bot­schaft zum Flug­pas­sa­gier­ge­setz verabschiedet

Der Bun­des­rat hat am 15. Mai 2024 die Bot­schaft zum Flug­pas­sa­gier­da­ten­ge­setz ver­ab­schie­det und ans Par­la­ment überwiesen:

Damit soll ein natio­na­les PNR (Pas­sen­ger Name Records)-System ein­ge­rich­tet wer­den, mit dem Ziel, Ter­ro­ris­mus und ande­re Schwerst­kri­mi­na­li­tät zu bekämp­fen und den Wirt­schafts­stand­ort Schweiz zu schützen.

Hin­ter­grund ist die Tat­sa­che, dass die Mit­glied­staa­ten der EU über die Richt­li­nie 2016/681 ver­pflich­tet sind, natio­na­le PNR-Syste­me auf­zu­bau­en. Die Schweiz muss sich dem an und für sich nicht anschlie­ssen – die PNR-Richt­li­nie ist nicht Teil des Schen­gen-Acquis –, aber Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men sind bei Flü­gen aus der Schweiz in die oder aus der EU zur Bekannt­ga­be der PNR-Daten ihrer Pas­sa­gie­re ver­pflich­tet. Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men tun das, aber die Schweiz selbst kann PNR-Daten man­gels gesetz­li­cher Grund­la­ge nicht syste­ma­tisch bear­bei­ten. Dadurch ent­ge­hen der Schweiz – gemäss Bun­des­rat – für die Wah­rung der öffent­li­chen Sicher­heit ent­schei­den­de Hin­wei­se, und schwei­ze­ri­schen Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men dro­hen Stra­fen oder der Ent­zug von Lan­de­rech­ten, wenn sie kei­ne PNR-Daten lie­fern. Auch für die wei­te­re Teil­nah­me am US Visa Wai­ver Pro­gram sei­en sol­che Daten notwendig.

Der Bun­des­rat will daher eine neue Stel­le beim Bun­des­amt für Poli­zei schaf­fen, die Pas­sen­ger Infor­ma­ti­on Unit (PIU), die ab 2026 Flug­pas­sa­gier­da­ten für die zustän­di­gen Behör­den bear­bei­ten soll. Die Daten wer­den von den Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men beschafft und auto­ma­tisch mit poli­zei­li­chen Infor­ma­ti­ons­sy­ste­men sowie Risi­ko­pro­fi­len und Beob­ach­tungs­li­sten abge­gli­chen. Dazu gehö­ren etwa Name, Kon­takt­da­ten, Rei­se­rou­te und Zah­lungs­mo­da­li­tä­ten. Beson­ders schüt­zens­wer­te per­sön­li­che Daten sol­len dage­gen nicht über­mit­telt werrden.

In der Ver­nehm­las­sung zum Ent­wurf hat­ten sich ins­be­son­de­re die SP, die Grü­nen, die SVP, die Pira­ten­par­tei, der Schwei­ze­ri­scher Anwalts­ver­band, die Digi­ta­le Gesell­schaft und Algo­rith­m­Watch kri­tisch geäu­ssert. Der Bun­des­rat will ent­spre­chen­de Anlie­gen auf­ge­nom­men haben, beson­ders bei der Auf­be­wah­rungs­dau­er von Daten, bei der nun unter­schie­den wird, ob objek­ti­ve Anhalts­punk­te für eine Gefahr im Bereich ter­ro­ri­sti­scher Straf­ta­ten oder schwe­rer Kri­mi­na­li­tät besteht, oder ob dies nicht der Fall ist. Eine län­ge­re Auf­be­wah­rungs­dau­er recht­fer­ti­ge sich nur bei erste­rer Kate­go­rie, im Anschluss an ein Urteil des EuGH.

Gleich­zei­tig hat der Bun­des­rat den Ent­wurf eines Ver­hand­lungs­man­dats für PNR-Abkom­men mit Nicht-EU-Staa­ten ver­ab­schie­det; mit der EU wird bereits verhandelt.

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