Take-Aways (AI)
  • Das Bun­des­ge­richt ent­schied am 16. Novem­ber 2016, Face­book Switz­er­land Sàrl sei nicht zur Her­aus­ga­be von Nut­zer­da­ten verpflichtet.
  • Face­book Switz­er­land Sàrl wur­de als nicht Daten­in­ha­be­rin und daher nicht kon­troll­ver­ant­wort­lich für Nut­zer­da­ten eingestuft.
  • Geschäfts­zweck der Schwei­zer Gesell­schaft umfasst Sup­port-Mar­ke­ting, Ver­kauf von Wer­be­flä­chen, Öffent­lich­keits­ar­beit und Kom­mu­ni­ka­ti­on, nicht Datenhaltung.
  • Die Nut­zer­da­ten müs­sen mit­tels Rechts­hil­fe­er­su­chen an Face­book Ire­land Ltd, die Kon­troll­in­ha­be­rin, ange­for­dert werden.

Die Staats­an­walt­schaft Waadt hat­te ver­sucht mit­tels einer an die Geschäfts­füh­rer von Face­book Switz­er­land Sàrl gerich­te­te Her­aus­ga­be­ver­fü­gung die Her­aus­ga­be von Iden­ti­tät, Zugangs­da­ten und IP Adres­se des Inha­bers eines in der Schweiz eröff­ne­ten Face­book-Pro­fils zu erlan­gen. Hin­ter­grund war der Ver­dacht, dass über das auf ein Pseud­onym lau­ten­de und in der Schweiz eröff­ne­te Face­book-Pro­fil, anti­se­mi­ti­sche Äusse­run­gen gepo­sted wor­den waren.

Mit Ent­scheid vom 16. Novem­ber 2016 (1B_185/2016, 1B_186/2016, 1B_188/2016) hiess das Bun­des­ge­richt die gegen die Her­aus­ga­be­ver­fü­gung gerich­te­te Beschwer­de der Geschäfts­füh­rer von Face­book Switz­er­land Sàrl gut und kam zum Schluss, dass Face­book Switz­er­land Sàrl nicht zur Her­aus­ga­be ver­pflich­tet wer­den kön­ne. Als Begrün­dung führ­te das Bun­des­ge­richt aus, dass Face­book Switz­er­land Sàrl nicht Daten­in­ha­be­rin der Nut­zer­da­ten sei und die­se damit auch nicht kon­trol­lie­re. Viel­mehr beschrän­ke sich deren Geschäfts­zweck auf Sup­port-Mar­ke­ting, den Ver­kauf von Wer­be­flä­chen, Öffent­lich­keits­ar­beit und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Folg­lich müss­ten die Nut­zer­da­ten mit­tels eines an Face­book Ire­land Ltd (der Ver­trags­part­ne­rin von Face­book USA und damit der Kon­troll­in­ha­be­rin über die Nut­zer­da­ten) gerich­te­ten Rechts­hil­fe­er­su­chens in Straf­sa­chen ange­for­dert werden.

Die ent­spre­chen­de Medi­en­mit­tei­lung vom 12. Dezem­ber 2016 fin­den Sie hier.