In sei­ner heu­ti­gen (22. Febru­ar 2017) Medi­en­mit­tei­lung infor­mier­te der Bun­des­rat dar­über, dass er anläss­lich der heu­ti­gen Sit­zung eine Ver­nehm­las­sung zu einem Bun­des­ge­setz über aner­kann­te elek­tro­ni­sche Iden­ti­fi­zie­rungs­ein­hei­ten (E‑ID-Gesetz) eröff­net hat. Hier­mit sol­len die recht­li­chen und orga­ni­sa­to­ri­schen Rah­men­be­din­gun­gen für die Aner­ken­nung von elek­tro­ni­schen Iden­ti­fi­zie­rungs­mit­teln und deren Anbie­ter geschaf­fen wer­den.

Um die Abwick­lung digi­ta­ler Geschäf­te zu erleich­tern und den Par­tei­en in Online­ge­schäf­ten die Iden­ti­fi­zie­rung des Gegen­übers zu ermög­li­chen, soll der Staat elek­tro­ni­sche ein­setz­ba­re Iden­ti­fi­zie­rungs­mit­tel (in der ana­lo­gen Welt wären dies etwa der Schwei­zer Pass, die ID oder der Aus­län­der­aus­weis) zur Ver­fü­gung stel­len. Sol­che E‑IDs sol­len für Schwei­ze­rIn­nen sowie für Aus­län­de­rIn­nen mit einem gül­ti­gen Aus­län­der­aus­weis geschaf­fen wer­den kön­nen.

Der Bun­des­rat geht dabei von einer Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Staat und Markt aus. Kon­kret sol­len geeig­ne­te pri­va­te oder öffent­li­che Iden­ti­fi­zie­rungs­dienst­lei­ster von einer Aner­ken­nungs­stel­le auf Bun­des-Ebe­ne eine Zulas­sung zur Her­aus­ga­be von staat­lich aner­kann­ten elek­tro­ni­schen Iden­ti­fi­zie­rungs­mit­teln erlan­gen kön­nen. Dabei sol­len bei­spiels­wei­se auch bereits exi­stie­ren­de oder sich im Auf­bau befin­den­de Syste­me, wie etwa die Pro­jek­te von Post und SBB sowie Ban­ken und Swis­s­com, vom Bund aner­kannt wer­den kön­nen.

Die erst­ma­li­ge Über­mitt­lung von Per­so­nen­iden­ti­fi­zie­rungs­da­ten durch die Iden­ti­täts­tel­le an die rele­van­ten Daten­ban­ken bedürf­te der Zustim­mung der betrof­fe­nen Per­so­nen. Ausser­dem dürf­ten die betref­fen­den Per­so­nen­da­ten von den Iden­ti­fi­zie­rungs­dienst­lei­stern nur zur Erbrin­gung der Iden­ti­fi­zie­rungs­dienst­lei­stung ver­wen­det wer­den.

Die Ver­nehm­las­sung dau­ert bis zum 29. Mai 2017.

Posted by Jacqueline Sievers

RA Dr. Jaqueline Sievers war von 2013-2015 bei Homburger tätig und ist zurzeit LL.M-Studentin in Edinburgh.