BVGer A‑5706/2020 und A‑5709/2020: Schwärzun­gen in Rechtshilfesachen

Am 5. März 2021 befass­te sich das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in zwei Urtei­len (A‑5706/2020 und A‑5709/2020) mit dem Schwärzungs­an­trag einer Bank­an­ge­stell­ten. Sie hat­te dar­um ersucht, ihre Per­so­nen­da­ten auf den Bank­un­ter­la­gen einer Kun­din anony­mi­sie­ren zu las­sen, nach­dem die Doku­men­te mit Blick auf eine rechts­hil­fe­wei­se Über­mitt­lung ediert wor­den waren.

Die Bun­des­an­walt­schaft hat­te das Gesuch mit der Begrün­dung abge­wie­sen, dass daten­schutz­recht­li­che Ein­wän­de bei der Rechts­hil­fe in Straf­sa­chen ohne­hin «nur begrenzt mög­lich» sei­en. Kon­kret führ­te sie ins Feld, dass (i) einer Wei­ter­ga­be an Staa­ten mit ange­mes­se­nem Daten­schutz­ni­veau nichts ent­ge­gen­ste­he, (ii) auf die­se Schutz­vor­kehr in den Fäl­len von Art. 11f Abs. 3 IRSG sogar ver­zich­tet wer­den kön­ne, (iii) eine Wei­ter­ga­be in Rechts­hil­fe­ver­fah­ren «a prio­ri als all­ge­mein zuläs­sig zu betrach­ten» sei, (iv) das DSG für Rechts­hil­fe­ver­fah­ren in Straf­sa­chen nicht gel­te und (v) Zwei­fel an der Beschwer­de­le­gi­ti­ma­ti­on bestehen, weil nach Art. 9a Bst. a IRSV nur der Kon­to­in­ha­ber per­sön­lich und direkt­be­trof­fen sei.

Von die­sen Argu­men­ten behan­del­te das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nur das vier­te, indem es auf die Beschwer­de aus for­mel­len Grün­den nicht ein­trat: Einer­seits ist die Bun­des­an­walt­schaft in die­ser Ange­le­gen­heit kei­ne zuläs­si­ge Vor­in­stanz i.S.v. Art. 33 VGG (E. 2.2). Ande­rer­seits führt auch die ange­ru­fe­ne Ver­weis­norm von Art. 33 DSG hier nicht wei­ter, weil sie zwar daten­schutz­recht­li­che Ver­fah­ren gene­rell der Bun­des­rechts­pfle­ge zuweist, das DSG im Bereich der inter­na­tio­na­len Rechts­hil­fe aber gar nicht zur Anwen­dung gelangt (Art. 2 Abs. 2 Bst. c DSG).

Das Bun­des­straf­ge­richt wies die bei­den par­al­lel erho­be­nen Beschwer­den mit Ent­scheid vom 2. Febru­ar 2021 als unbe­grün­det ab (RR.2020.308 und RR.2020.311).