DSG-Revi­si­on – zwei­te Dif­fe­renz­be­rei­ni­gungs­run­de im Natio­nal­rat

Der Natio­nal­rat hat am 17. Sep­tem­ber 2020 über die ver­blei­ben­den Dif­fe­ren­zen des revi­dier­ten Daten­schutz­ge­set­zes (E‑DSG) bera­ten. Der pro­vi­so­ri­sche Text zum Sit­zungs­ver­lauf und den Abstim­mungs­er­geb­nis­sen (Amtl. Bul­le­tin) ist unter fol­gen­dem Link ver­füg­bar. Die letz­te ver­öf­fent­lich­te Fah­ne mit den Anträ­gen der Staats­po­li­ti­schen Kom­mis­si­on des Natio­nal­ra­tes vom 2. Juli 2020 fin­det sich hier.

Gemäss aktu­el­lem Stand wur­den die fol­gen­den Punk­te berei­nigt:

  • Der Natio­nal­rat folgt dem ursprüng­li­chen Vor­schlag des Bun­des­rats, wonach sämt­li­che gene­ti­sche Daten als beson­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten gel­ten sol­len (Art. 4 lit. c Ziff. 3 E‑DSG).
  • Gemäss Mehr­heit soll kein beson­de­res Wider­spruchs­recht gegen Pro­filing ein­ge­führt wer­den, womit der Min­der­heits­an­trag, wel­cher im Juli in der staats­po­li­ti­schen Kom­mis­si­on gestellt wur­de, wie­der­um fal­len­ge­las­sen wird (vgl. Art. 5 Abs. 8 E‑DSG in der Fah­ne vom 2. Juli).

In den mei­sten Punk­ten folg­te aller­dings kei­ne Berei­ni­gung:

  • Nach der Mehr­heit des Natio­nal­rats sei das Kon­zept des Stän­de­rats zum Pro­filing mit hohem Risi­ko zu strei­chen (Art. 4 lit. fbis E‑DSG). Eine Min­der­heit folgt dem Stän­de­rats­be­schluss vom 2. Juni 2020 und will das Kon­zept bei­be­hal­ten.
  • Eine ggf. erfor­der­li­che Ein­wil­li­gung soll nur für die Bear­bei­tun­gen von beson­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten aus­drück­lich sein müs­sen, jedoch nicht – wie vom Stän­de­rat ver­langt- auch beim Pro­filing durch ein Bun­des­or­gan und ggf. beim Pro­filing mit hohem Risi­ko durch pri­va­te Per­so­nen (Art. 5 Abs. 7 E‑DSG).
  • Bei der Boni­täts­prü­fung hält der Natio­nal­rat an sei­nem Recht­fer­ti­gungs­kon­zept fest (Art. 27 lit. c E‑DSG) und weicht von der stren­ge­ren Hal­tung des Bun­des- und Stän­de­ra­tes ab. Ein über­wie­gen­des pri­va­tes Inter­es­se des Ver­ant­wort­li­chen sei gemäss Natio­nal­rat anzu­neh­men, wenn:
    • kei­ne beson­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten bear­bei­tet wer­den (der Stän­de­rat lie­sse ein sol­ches beim Pro­filing mit hohem Risi­ko eben­falls ent­fal­len); und
    • die bear­bei­te­ten Per­so­nen­da­ten nicht älter als zehn Jah­re sind (Bun­des­rat und Stän­de­rat plä­die­ren für fünf Jah­re).

Die Fah­ne mit dem defi­ni­ti­ven Beschluss des Natio­nal­ra­tes wird nach Ver­öf­fent­li­chung hier auf­ge­schal­tet. Gemäss Ses­si­ons­pro­gramm ist das DSG im Stän­de­rat eben­falls bereits in der aktu­el­len Ses­si­on für den 23. Sep­tem­ber trak­tan­diert. Im Natio­nal­rat steht noch ein wei­te­rer Ter­min für den 24. Sep­tem­ber 2020 auf dem Pro­gramm. Inwie­fern der Natio­nal­rat dann noch­mals bera­ten wird, ist aktu­ell aber nicht bekannt.