Die Daten­schutz­be­hör­den in Euro­pa waren in den ver­gan­ge­nen Mona­ten nicht untä­tig. In Deutsch­land wur­den laut einem Bericht bis anfangs Janu­ar 2019 über 40 Bus­sen ver­hängt, und eine grö­sse­re Anzahl von Buss­ver­fah­ren sind hän­gig. Gleich­wohl lag der Fokus eher auf der Bera­tung der Unter­neh­men, zumin­dest ausser­halb der als ris­kan­ter ange­se­he­nen Bran­chen. Es zeich­net sich aber ab, dass die­se Hal­tung im Begriff ist sich zu ändern:

  • Die Prä­si­den­tin der fran­zö­si­schen Auf­sichts­be­hör­de CNIL, Marie-Lau­re Denis, hat in einem Inter­view gesagt, sie hal­te nun eine stren­ge­re Hal­tung für ange­bracht:

    La Cnil a volon­taire­ment fait preuve de pati­ence et de tolé­ran­ce car le RGPD est un chan­ge­ment pro­fond. Mais, même s’il est entré en app­li­ca­ti­on depuis seu­le­ment un an, le règle­ment a été adop­té en 2016, il y a trois ans. Je con­sidè­re qu’il faut désor­mais fai­re preuve de davan­ta­ge de fer­me­té. Not­re action de régu­la­ti­on ne sera effi­cace que si nous action­nons à parts éga­les les deux leviers à not­re dis­po­si­ti­on, c’est-à-dire la péd­ago­gie d’un côté, et le con­trô­le avec éven­tu­el­lement des sanc­tions de l’autre.

  • Der Lan­des­be­auf­trag­te für den Daten­schutz Baden-Würt­tem­berg, Ste­fan Brink, wur­de von der Stutt­gar­ter Zei­tung wie folgt zitiert:

    Lan­des­da­ten­schüt­zer Ste­fan Brink ist der­zeit in einer miss­li­chen Lage. Ger­ne wür­de er vor allem die klei­ne­ren Fir­men und Ver­ei­ne über die Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) bera­ten, die seit dem 25. Mai ver­gan­ge­nen Jah­res gilt. Doch die Auf­ga­be der 60 Mit­ar­bei­ter star­ken Behör­de ist es auch, mög­li­che Ver­stö­ße zu kon­trol­lie­ren und zu sank­tio­nie­ren. Brink voll­zieht des­halb zur­zeit einen Kurs­wech­sel: weni­ger Bera­tung, mehr Auf­sicht. Ledig­lich 13 Kon­trol­len sei­en es im ver­gan­ge­nen Jahr gewe­sen. Für die­ses Jahr soll ihre Zahl auf 250 stei­gen.

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Rechtsanwalt bei FRORIEP. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich. Er ist Gründer von swissblawg.