EDÖB – Anfor­de­run­gen an ein Whistleblowingsystem

Aus dem Tätig­keits­be­richt 2012/2013, S. 65:

Anfor­de­run­gen an ein Whist­leb­lo­wing­sy­stemIn der Schweiz exi­stie­ren kei­ne spe­zi­fi­schen gesetz­li­chen Vor­ga­ben für den Betrieb eines Whist­leb­lo­wing­sy­stems in pri­va­ten Unter­neh­men. Im Rah­men der tele­fo­ni­schen Bera­tung haben wir meh­re­re Anfra­gen zu die­sem The­ma beant­wor­tet. Oft­mals ging es auch um die Fra­ge, ob eine Anmel­de­pflicht für die Daten­samm­lung des Whist­leb­lo­wing­sy­stems besteht. Wir hiel­ten fest, dass eine Anmel­dung ange­zeigt ist.Mehrmals haben sich Unter­neh­men oder deren recht­li­che Ver­tre­ter bei uns tele­fo­nisch erkun­digt, ob es in der Schweiz spe­zi­fi­sche gesetz­li­che Grund­la­gen für die Ein­rich­tung und den Betrieb eines Whist­leb­lo­wing­sy­stems gibt. Inner­halb der Bun­des­ver­wal­tung gilt seit Janu­ar 2011 der Arti­kel 22a des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes. Für den pri­va­ten Bereich bestehen kei­ne spe­zi­fi­schen Rege­lun­gen, es sind aber ins­be­son­de­re die Bestim­mun­gen des Daten­schutz­ge­set­zes zu beachten.
Bei prak­tisch jeder Anfra­ge wur­de auch nach­ge­fragt, ob eine Anmel­de­pflicht der zuge­hö­ri­gen Daten­samm­lung besteht. Pri­va­te Per­so­nen müs­sen Daten­samm­lun­gen bei uns anmel­den, wenn regel­mä­ssig beson­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten oder Per­sön­lich­keits­pro­fi­le bear­bei­tet oder Per­so­nen­da­ten an Drit­te bekannt gege­ben wer­den. Beim Betrieb eines Whist­leb­lo­wing­sy­stems ist nicht aus­zu­schlie­ssen bzw. sogar sehr wahr­schein­lich, dass auf­grund der ein­ge­hen­den Mel­dun­gen regel­mä­ssig beson­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten bear­bei­tet wer­den. Dies ent­spricht viel­leicht nicht dem Wil­len des Betrei­bers, aber er kann es auch nicht wirk­lich steu­ern. Auf­grund die­ses Umstands haben wir den anru­fen­den Per­so­nen regel­mä­ssig das Anmel­den der Daten­samm­lung emp­foh­len.

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