EU-Kom­mis­si­on: berech­ti­ges Inter­es­se schliesst kom­mer­zi­el­le Inter­es­sen ein

Offen­bar hat die nie­der­län­di­sche Daten­schutz­be­hör­de stan­dard­mä­ssig die Auf­fas­sung geäu­ssert, die Rechts­grund­la­ge des berech­tig­ten Inter­es­ses umfas­se nicht rein kom­mer­zi­el­le Inter­es­sen.

Die EU-Kom­mis­si­on hat sich des­halb ein­ge­schal­tet und hat die Behör­de in einem Brief dar­an erin­nert, dass auch die Wirt­schafts­frei­heit ein in der EU-Char­ta ver­an­ker­tes Grund­recht ist, und dass auch die DSGVO (in Erwä­gungs­grund 4) aner­kennt, dass “das Recht auf Schutz der per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten […] kein unein­ge­schränk­tes Recht” ist, son­dern dass es “im Hin­blick auf sei­ne gesell­schaft­li­che Funk­ti­on gese­hen und unter Wah­rung des Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­prin­zips gegen ande­re Grund­rech­te abge­wo­gen wer­den” muss. Die stren­ge Aus­le­gung der nie­der­län­di­schen Behör­de ver­hin­de­re eine ent­spre­chen­de Abwägung:

Against this back­ground, we invi­te the Dut­ch DPA to read­just the lan­guage of the stan­dard explana­ti­on note to clear­ly reflect that com­mer­cial inte­rests can be regar­ded as ‘legi­ti­ma­te’ inte­rests when (sub­ject to a con­cre­te balan­cing) they are not over­rid­den by the fun­da­men­tal rights and free­doms of the data subject.

Die Behör­de scheint sich dadurch aller­dings nicht beein­drucken zu las­sen. Der Vor­sit­zen­de der Behör­de hat offen­bar geäu­ssert, sich der Kom­mis­si­on nicht anzuschliessen.

Bekannt wur­de dies über einen Bericht einer nie­der­län­di­schen Zei­tung, über den wie­der­um Hogan Lovells berich­tet hat.