Prä­si­dent Trump hat am 2. Juni 2026 die Exe­cu­ti­ve Order 14409 (“Pro­mo­ting Advan­ced Arti­fi­ci­al Intel­li­gence Inno­va­ti­on and Secu­ri­ty”) erlas­sen. Die EO 14409 knüpft an die Auf­he­bung der frü­he­ren EO 14110 von Prä­si­dent Biden an.

Wes Gei­stes Kind die EO ist, sieht man schon an der Einleitung:

The United Sta­tes con­ti­nues to lead the world in Arti­fi­ci­al Intel­li­gence (AI) becau­se of the enorm­ous talent and inno­va­ti­on of our AI indu­stry, and becau­se we refu­se to stif­le this inno­va­ti­on with over­ly bur­den­so­me regu­la­ti­on. My Admi­ni­stra­ti­on has unleas­hed tre­men­dous tech­no­lo­gi­cal growth and eco­no­mic investment […]

Dass der Staat die Ent­wick­lung von KI-Syste­men nicht brem­sen will, ist natür­lich nicht bloss Wirt­schafts­för­de­rung, son­dern dem staat­li­chen Eigen­in­ter­es­se geschul­det – die EO soll vor allem den pri­vi­le­gier­ten Zugang zu den lei­stungs­fä­hig­sten Model­len gewähr­lei­sten, im Inter­es­se zumin­dest auch der natio­na­len Sicherheit.

Dazu sieht die EO Mass­nah­men im Bereich Cyber­si­cher­heit vor, auf hoher Flug­hö­he, vor allem aber eine stär­ke­re Ver­zah­nung der Ent­wick­lung beson­ders lei­stungs­fä­hi­ger Model­le mit staat­li­cher Mit­wir­kung. Das Mit­tel dazu ist eine frei­wil­li­ge Koope­ra­ti­on, wobei Frei­wil­lig­keit wohl auf einer Ska­la zu ver­or­ten ist:

  • Frei­wil­li­ges Rah­men­werk: Die Ver­wal­tung und Ent­wick­ler sol­len gemein­sam ein frei­wil­li­ges Rah­men­werk zur Klas­si­fi­zie­rung von KI-Model­len entwickeln.
  • Cover­ed Fron­tier Model”: Ein Bench­mar­king-Ver­fah­ren im Rah­men die­ses Rah­men­werks soll die Fähig­kei­ten von KI-Model­len im Cyber­be­reich bewer­ten und einen Schwel­len­wert fest­le­gen, ab dem ein Modell als “Cover­ed Fron­tier Model” gilt. Die Kri­te­ri­en sind aller­dings “clas­si­fi­ed”, also nicht öffentlich.
  • Vor­ab­zu­gang: Ent­wick­ler kön­nen der Ver­wal­tung pri­vi­le­gier­ten Zugang zu Cover­ed Fron­tier Models gewäh­ren, bis zu 30 Tagen, bevor das Modell an wei­te­re “tru­sted part­ners” wei­ter­ge­ge­ben wird.
  • Tru­sted Part­ners: Die Ver­wal­tung und Ent­wick­ler bestim­men gemein­sam die “tru­sted part­ners”, die früh­zei­tig Zugang zu den Model­len erhal­ten sollen.

Wel­che Anrei­ze für eine sol­che Koope­ra­ti­on gesetzt wer­den, lässt die EO offen.