Die FINMA veröffentlicht jährlich einen Risikomonitor als Überblick über die von der FINMA als aktuell besonders bedeutend eingestuften Risiken für die Beaufsichtigten und den Fokus ihrer Aufsichtstätigkeit. Sie benennt dabei nicht nur die Hauptrisiken (die selbstverständlich auf den Bereich der Technologie bzw. Daten beschränkt sind), sondern formuliert auch Aufsichtserwartungen. Sie hat heute den Risikomonitor 2025 veröffentlicht.
Outsourcing-Risiken
Die Outsourcing-Risiken stuft die FINMA als zum Vorjahr gleichbleibend (also hoch) ein.
Risikotreiber sind v.a.:
- zunehmende Konzentration auf wenige Dienstleister insbesondere bei Cloud-Leistungen;
- Identifikation und Bewertung von Risiken entlang der Lieferkette (auch wenn eine Auslagerung nicht als wesentlich gilt)
- geopolitische Unsicherheiten
Aufsichtsfokus: Die FINMA überwacht das Outsourcing-Risiko unter anderem mittels spezifischer Vor-Ort-Kontrollen – bei Beaufsichtigten und deren Dienstleistern – sowie durch die systematische Auswertung von Aufsichts- und Prüfdaten. Sie erhebt das Inventar wesentlicher Auslagerungen, um Konzentrationen auf wenige Dienstleister zu identifizieren. Im Fokus stehen Auslagerungen kritischer Funktionen, die für die operationelle Resilienz zentral sind.
Besondere Sorge bereitet der FINMA das Klumpenrisiko bei wenigen Anbietern:
Ein zentrales Risiko ergibt sich weiter aus der zunehmenden Konzentration auf wenige Dienstleister, insbesondere im Bereich IKT-Infrastruktur und Cloud-Dienstleistungen. Zahlreiche Institute greifen auf dieselben Anbieter zurück, was zu einer systemischen Abhängigkeit führen kann.

Cyberrisiken
Klar zugenommen haben dagegen die Cyberrisiken.
Risikotreiber sind v.a.:
- Konzentration auf wenige Dienstleister
- Angriffe auf die Lieferketten
- DDoS-Attacken
- E‑Mail-Verkehr
- Insider-Bedrohungen
- Fehlversand sensibler Informationen
- Management von Schwachstellen
- Konfigurationsmanagement
- Meldewesen
Aufsichtsfokus: Die FINMA überwacht das Cyberrisiko durch gezielte Vor-Ort-Kontrollen und zusätzliche Prüfungshandlungen bei Banken der Aufsichtskategorien 1 und 2. Für Institute der Kategorien 3 bis 5 setzt sie ein Standardprüfprogramm zum Management von Cyberrisiken ein und erhebt mittels Fragebögen die Maturität der Cyber-Schutzdispositive der Institute. Für Fondsleitungen und Verwalter von Kollektivvermögen hat sie darüber hinaus Prüfpunkte zum Management von Cyberrisiken veröffentlicht.


IKT-Risiken
Ebenfalls zugenommen haben die IKT-Risiken.
Risikotreiber sind v.a.:
- zunehmende Komplexität durch ändernde Anforderungen, rasche technische Fortschritte, Vielzahl von Integrationen mit anderen Systemen
- Abhängigkeit von IT-Systemen
- fehlerhafter Softwarekomponenten
- nicht sachgerechte Wartung bzw. menschliche Fehler
- unzureichende Qualität von Daten aus externen Quellen (z.B. “nicht konforme Formatierungen”)
- automatische Updates
- Fehlkonfiguration beim Berechtigungsmanagement
- Legacy- und End-of-Life-Systeme
Aufsichtsfokus: Die FINMA überwacht das IKT-Risiko mittels spezifischer Vor-Ort-Kontrollen und der Auswertung von Aufsichts- und Prüfdaten.