Take-Aways (AI)
  • Die EU-Kom­mis­si­on ver­öf­fent­lich­te am 18. Juli 2025 Gui­de­lines für Gene­ral-Pur­po­se-AI-Model­le; Ein­hal­tung schafft Konformitätsvermutung.
  • Der Code of Prac­ti­ce für GPAIM wur­de am 10. Juli 2025 fina­li­siert; er bie­tet pra­xis­ori­en­tier­te Umset­zungs­hil­fen, ist aber recht­lich nicht verbindlich.
  • GPA­IM-Anbie­ter kön­nen dem Code bei­tre­ten; eini­ge Unter­neh­men (z. B. Meta) leh­nen dies ab und kri­ti­sie­ren recht­li­che Unsicherheiten.

Der AI Act sieht sowohl all­ge­mei­ne Gui­de­lines der Kom­mis­si­on vor („Leit­li­ni­en“; Art. 96) auch Codes of Prac­ti­ce eigens für Anbie­ter von KI-Model­len für all­ge­mei­ne Zwecke (GPAIM; die „Ver­hal­tens­ko­di­zes“; Art. 56).

Im Gegen­satz zu den Gui­de­lines wer­den die Codes of Prac­ti­ce nicht von der Kom­mis­si­on, son­dern von der Indu­strie – unter Anlei­tung des AI Office – aus­ge­ar­bei­tet und haben weni­ger die Aus­le­gung der ent­spre­chen­den Bestim­mun­gen des AI Act zum Gegen­stand als viel­mehr mög­li­che prak­ti­sche Umsetzungsmassnahmen.

Gui­de­lines für GPAIM-Provider

In Vor­be­rei­tung auf das Wirk­sam­wer­den der Pflich­ten der GPA­IM-Anbie­ter (Pro­vi­der) am 2. August 2025 (Art. 113) hat die EU-Kom­mis­si­on nun am 18. Juli 2025 die Gui­de­lines für Gene­ral-Pur­po­se AI-Model­le veröffentlicht:

Die Gui­de­lines sind zwar recht­lich nicht bin­dend; die ver­bind­li­che Aus­le­gung des AI Act bleibt dem EuGH vor­be­hal­ten. Sei­ne Ein­hal­tung begrün­det aber eine Kon­for­mi­täts­ver­mu­tung mit den Pflich­ten für Anbie­ter von GPAI Models, und die EU-Kom­mis­si­on wird sich bei ihrem Enforce­ment des AI Act an den Code of Prac­ti­ce halten.

Code of Prac­ti­ce für GPA­IM-Pro­vi­der: fina­le Fassung

Zugleich wur­de am 10. Juli 2025 der Code of Prac­ti­ce in sei­ner fina­len Fas­sung ver­öf­fent­licht.

Er begrün­det eben­falls kei­ne ver­bind­li­chen Regeln, soll der Indu­strie aber eine Hil­fe an die Hand geben, die Pflich­ten der GPA­IM-Pro­vi­der ein­zu­hal­ten und die Ein­hal­tung nach­zu­wei­sen. Der Code of Prac­ti­ce besteht aus drei Kapi­teln, Trans­pa­renz und Urhe­ber­recht (für alle Pro­vi­der) und Secu­ri­ty (für Pro­vi­der von GPAIM mit syste­mi­schen Risi­ken). Die Mit­glied­staa­ten und die Kom­mis­si­on haben nun die Ange­mes­sen­heit des Code of Prac­ti­ce zu bewerten.

GPA­IM-Pro­vi­der sind ein­ge­la­den, dem Code of Prac­ti­ce bei­zu­tre­ten (Art. 56 Abs. 7). Meta hat bereits mit­ge­teilt, davon Abstand zu neh­men:

Euro­pe is hea­ding down the wrong path on AI,” Kaplan posted in a state­ment. “We have careful­ly review­ed the Euro­pean Commission’s Code of Prac­ti­ce for gene­ral-pur­po­se AI (GPAI) models and Meta won’t be sig­ning it. This Code intro­du­ces a num­ber of legal uncer­tain­ties for model deve­lo­pers, as well as mea­su­res which go far bey­ond the scope of the AI Act.”