E‑DSG: Update – Ände­run­gen der aktu­el­len Fah­ne zum Vor­schlag des Bun­des­ra­tes

Wal­der Wyss hat die die Ände­run­gen der Ent­wür­fe des revi­dier­ten DSG zum Vor­schlag des Bun­des­ra­tes vom 15. Sep­tem­ber 2017 auf Basis der inzwi­schen erschie­ne­nen Fah­nen aktua­li­siert. Die aktu­el­le Zusam­men­stel­lung ent­hält die letz­ten Ände­run­gen des Ent­wurfs basie­rend auf dem jüng­sten Dif­fe­renz­be­rei­ni­gungs­be­schluss des Stän­de­ra­tes (SR) vom 2. Juni 2020, d.h. die nach heu­ti­gem Stand aktu­el­le, kon­so­li­dier­te Fas­sung. Sie fin­det sich unter fol­gen­dem Link [kor­ri­gier­te Fas­sung vom 11.08.20]

Offen sind nach wie vor die fol­gen­den Punk­te:

  • Qua­li­fi­ka­ti­on gene­ti­scher Daten als beson­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten (Art. 4 lit. c E‑DSG): der Natio­nal­rat (NR) will nur gene­ti­sche Daten, wel­che eine natür­li­che Per­son ein­deu­tig iden­ti­fi­zie­ren, als beson­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten ein­stu­fen, Bun­des­rat und Stän­de­rat wol­len sämt­li­che gene­ti­sche Daten dar­un­ter sub­su­miert haben.
  • Begriff des Pro­filings mit hohem Risi­ko (Art. 4 lit. fbis E‑DSG): der NR folgt einer Begriffs­de­fi­ni­ti­on, wonach dar­un­ter ein Pro­filing, wel­ches zu beson­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten führt, zu ver­ste­hen sei. Der SR folgt einer Defi­ni­ti­on, wonach mit „Pro­filing mit hohem Risi­ko“ ein Pro­filing, das ein hohes Risi­ko für die Per­sön­lich­keit oder die Grund­rech­te der betrof­fe­nen Per­son mit sich bringt, indem es zu einer Ver­knüp­fung von Daten führt, die eine Beur­tei­lung wesent­li­cher Aspek­te der Per­sön­lich­keit einer natür­li­chen Per­son erlaubt, zu ver­ste­hen sei.
  • Aus­ge­stal­tung der Recht­fer­ti­gungs­grün­de (Art. 27 E‑DSG): kein Recht­fer­ti­gungs­grund besteht nach Mei­nung des NR, wenn die bear­bei­te­ten Daten älter als zehn Jah­re sind. Nach Auf­fas­sung des SR müs­sen die Daten in Anleh­nung an den bun­des­rät­li­chen Antrag jün­ger als fünf Jah­re sein.

Die­se Punk­te sind in einer wei­te­ren Dif­fe­renz­be­rei­ni­gungs­run­de von bei­den Kam­mern erneut zu bera­ten. Kommt nach drei Run­den kei­ne Eini­gung zustan­de, wer­den die ver­blei­ben­den Dif­fe­ren­zen im Hin­blick auf einen posi­ti­ven Aus­gang des Gesetz­ge­bungs­vor­ha­bens in einer Eini­gungs­kon­fe­renz zu berei­ni­gen sein.