Inter­pel­la­ti­on Amoos (26.3187): Mone­tä­re und digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät: Wel­che Alter­na­ti­ve hat die Schweiz ange­sichts der Unbe­re­chen­bar­keit Amerikas?

Ein­ge­reich­ter Text

Am 20. Febru­ar 2026 hob der Ober­ste Gerichts­hof der USA die Zöl­le auf, da er sie für rechts­wid­rig befand. Als Reak­ti­on dar­auf beschloss der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent auf der Grund­la­ge der Sec­tion 122 des US Trade Act und unter Beru­fung auf das «Gleich­ge­wicht der Zah­lungs­bi­lanz», einen Zusatz­zoll von 15 Pro­zent zu erhe­ben. Die­ses recht­li­che Cha­os und die­se Gering­schät­zung gegen­über den inter­na­tio­na­len Insti­tu­tio­nen bestä­ti­gen, dass die USA kein ver­läss­li­cher Part­ner mehr ist.

Gleich­zei­tig unter­lie­gen unse­re Zah­lungs­sy­ste­me (Visa, Master­card, Apple Pay) wei­ter­hin der ame­ri­ka­ni­schen Recht­spre­chung. Die Abhän­gig­keit von die­sen Gigan­ten stellt eine erheb­li­che stra­te­gi­sche Schwach­stel­le dar. Falls Washing­ton die «Zah­lungs­bi­lanz» als Waf­fe in einem Han­dels­krieg ein­setzt, kann es gut sein, dass die USA mor­gen direk­ten Ein­fluss auf unse­re Finanz­strö­me nehmen.

Die Euro­päi­sche Uni­on (EU) treibt die Ein­füh­rung des Zah­lungs­dien­stes Wero und die Vor­be­rei­tun­gen des digi­ta­len Euro vor­an, um ihre Eigen­stän­dig­keit zu sichern. In der Schweiz geht es mit der Stra­te­gie der digi­ta­len Sou­ve­rä­ni­tät trotz War­nun­gen ver­schie­de­ner Medi­en und Fach­per­so­nen kaum vorwärts.

Vor die­sem Hin­ter­grund bit­te ich den Bun­des­rat um die Beant­wor­tung der fol­gen­den Fragen:

  1. Mone­tä­re Sou­ve­rä­ni­tät: Beab­sich­tigt der Bun­des­rat, euro­päi­sche Initia­ti­ven wie die Euro­päi­sche Zah­lungs­in­itia­ti­ve (Euro­pean Payments Initia­ti­ve [EPI]), d. h. den Zah­lungs­dienst Wero, zu unter­stüt­zen oder sich ihnen anzu­schlie­ssen, um zu gewähr­lei­sten, dass die Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer über eine von den ausser­eu­ro­päi­schen Akteu­ren unab­hän­gi­ge Zah­lungs­in­fra­struk­tur verfügen?
  2. Digi­ta­ler Fran­ken (Cen­tral Bank Digi­tal Cur­ren­cy [CBDC]): Wie weit sind die Schwei­zer Natio­nal­bank und der Bun­des­rat bei ihren Über­le­gun­gen zu einem all­ge­mein zugäng­li­chen «digi­ta­len Fran­ken» (Retail CBDC)? Dies ist das ein­zi­ge Instru­ment, mit dem der Zugang aller zu einer digi­ta­len öffent­li­chen Wäh­rung sicher­ge­stellt wer­den kann, falls die pri­va­ten Zah­lungs­netz­wer­ke aus­fal­len oder falls Sank­tio­nen gegen sie ergrif­fen werden?
  3. Abkom­men mit der EU: Beab­sich­tigt der Bun­des­rat ange­sichts der erfolg­lo­sen Ver­hand­lun­gen mit Washing­ton, bei den Ver­hand­lun­gen mit der EU die The­men Finan­zen und Digi­ta­li­sie­rung beschleu­nigt zu behan­deln, um einen gemein­sa­men «Schutz­schild zur Wah­rung der Sou­ve­rä­ni­tät» zu schaffen?
  4. Daten­schutz: Wel­che Mass­nah­men wer­den ergrif­fen, um sicher­zu­stel­len, dass die Trans­ak­ti­ons­da­ten von Per­so­nen, die in der Schweiz leben, von den US-Behör­den nicht als Druck­mit­tel im Zusam­men­hang mit der Sec­tion 122 genutzt werden?