Inter­pel­la­ti­on Rohr (20.3662): Elek­tro­ni­scher Daten­aus­tausch zwi­schen den Spi­tä­lern, den kan­to­na­len Behör­den und dem Bund. Erfah­rungs­wer­te aus der Coro­na­kri­se

Inter­pel­la­ti­on Rohr (20.3662): Elek­tro­ni­scher Daten­aus­tausch zwi­schen den Spi­tä­lern, den kan­to­na­len Behör­den und dem Bund. Erfah­rungs­wer­te aus der Coro­na­kri­se

Ein­ge­reich­ter Text

Die Coro­na­kri­se hat die Schweiz seit über zwei Mona­ten im Griff. Dank dem raschen Han­deln des Bun­des­ra­tes und der gro­ssen Soli­da­ri­tät in der Bevöl­ke­rung ist die Zahl an Neu­in­fek­tio­nen stark gesun­ken. Die Wucht der Infek­ti­ons­wel­le hat uns alle über­rascht. Um so mehr muss­ten sich die betei­lig­ten Akteu­re im Gesund­heits­we­sen auf gro­sse Her­aus­for­de­run­gen ein­stel­len. Dies betrifft ins­be­son­de­re auch den Daten­aus­tausch zwi­schen den Spi­tä­lern, den Kan­to­nen als Lei­stungs­be­stel­ler und dem Bund. So müs­sen die Spi­tä­ler den kan­to­na­len Gesund­heits­be­hör­den täg­lich mel­den, wie hoch die Anzahl lee­ren Inten­siv­bet­ten sind, wie vie­le Neu­erkran­kun­gen es gibt etc. Aus einem Kan­ton ist bekannt, dass dies via Whats­App von stat­ten ging. Nicht zuletzt aus Grün­den des Daten­schut­zes ist dies bedenk­lich. Im Zusam­men­hang mit dem Res­sour­cen­ma­nage­ment sind Ver­bes­se­run­gen not­wen­dig. Auf dem Höhe­punkt der Coro­na­kri­se befan­den sich vie­le Pfle­ge­kräf­te in Kurz­ar­beit, gleich­zei­tig waren gewis­se Abtei­lun­gen auf­grund der stei­gen­den Coro­na-Fäl­le am Anschlag.

Kommt hin­zu, dass bezüg­lich der bestä­tig­ten Coro­na-Infek­tio­nen ein Cha­os herrscht. Die Daten der John-Hop­kins-Uni­ver­si­tät, des Bun­des­am­tes für Gesund­heit und des sta­ti­sti­schen Amtes des Kan­ton Zürichs unter­schei­den sich stark. Ein Grund sind die unter­schied­li­che Mel­dung von Daten. Teil­wei­se wird noch mit Fax oder Mail gear­bei­tet. Es zeigt sich also, dass gera­de beim Aus­tausch von Daten die Digi­ta­li­sie­rung vor­an­ge­trie­ben wer­den muss.

Ich bit­te den Bun­des­rat um die Beant­wor­tung der fol­gen­den Fra­gen:

1. Ist sich der Bun­des­rat im Kla­ren, dass der Daten­aus­tausch bzw. die Daten­we­ge im Rah­men der Coro­na­kri­se nicht zuletzt auf­grund des Daten­schut­zes zu über­den­ken und zu pro­fes­sio­na­li­sie­ren ist?

2. Wel­ches Poten­ti­al sieht der Bun­des­rat im Bereich der Digi­ta­li­sie­rung kon­kret bezo­gen auf die Daten­mel­dung bzw. ‑aus­tausch?

3. Wel­che Rol­le könn­te das elek­tro­ni­sche Pati­en­ten­dos­sier spie­len?

4. Ist der Bun­des­rat der Mei­nung, dass Geset­zes- oder Ver­ord­nungs­an­pas­sun­gen not­wen­dig sein könn­ten?