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Moti­on Juil­lard (24.3209): Für eine sou­ve­rä­ne digi­ta­le Infra­struk­tur in der Schweiz im Zeit­al­ter der künst­li­chen Intel­li­genz (KI)

Moti­on Juil­lard (24.3209): Für eine sou­ve­rä­ne digi­ta­le Infra­struk­tur in der Schweiz im Zeit­al­ter der künst­li­chen Intel­li­genz (KI)

Ein­ge­reich­ter Text

Der Bun­des­rat wird beauf­tragt, eine Geset­zes­re­vi­si­on vor­zu­le­gen, damit der Bund in Zusam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen, den For­schungs­in­sti­tu­ten und der Pri­vat­wirt­schaft den Auf­bau einer sou­ve­rä­nen digi­ta­len Infra­struk­tur (ein­schliess­lich eines Cloud-Dien­stes und einer eigen­stän­di­gen Aus­tausch­platt­form) vor­an­trei­ben, mit­fi­nan­zie­ren, steu­ern und über­wa­chen kann. Die­se Moti­on zielt dar­auf ab, die Cyber­si­cher­heit und die digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät der Schweiz zu stär­ken und gleich­zei­tig die neu­en Her­aus­for­de­run­gen im Zusam­men­hang mit KI anzu­ge­hen, die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Schweiz im Digi­ta­li­sie­rungs­be­reich zu erhal­ten und die Schwei­zer Demo­kra­tie vor einer poten­zi­el­len Ein­mi­schung von aussen zu schützen.

Begrün­dung

Ange­sichts der rasan­ten Ent­wick­lung von KI, mit der auch mehr Cyber­be­dro­hun­gen ein­her­ge­hen, sind vie­le Beden­ken zu rea­len Risi­ken gewor­den. Es ist drin­gend not­wen­dig, dass der Bun­des­rat par­al­lel zu sei­ner digi­ta­len Stra­te­gie auch eine digi­ta­le Infra­struk­tur sowie ein eigen­stän­di­ges und sou­ve­rä­nes Netz­werk ent­wickelt, damit Unter­neh­men und kri­ti­sche Infra­struk­tu­ren ihre Daten in der Schweiz hosten kön­nen und nicht auf Hubs ausser­halb der Schweiz ange­wie­sen sind. Bis­wei­len wird die Schweiz dies nicht im Allein­gang umset­zen kön­nen, wes­halb jeg­li­che Zusam­men­ar­beit mit aus­län­di­schen Akteu­ren Schwei­zer Recht oder inter­na­tio­na­len Über­ein­kom­men, wel­che die Schweiz abge­schlos­sen hat, unter­lie­gen muss.

Dank dem Ein­satz von KI wer­den Cyber­an­grif­fe tech­nisch gese­hen immer raf­fi­nier­ter. Dies stellt ein ernst­haf­tes Risi­ko für Schwei­zer Unter­neh­men und kri­ti­sche Infra­struk­tu­ren dar. Für die Gewähr­lei­stung der Cyber­si­cher­heit brau­chen wir neben den Dien­sten der Tech­no­lo­gie­rie­sen eine fle­xi­ble Mischung aus (öffent­li­chen wie pri­va­ten) Dien­sten und wei­te­ren Struk­tu­ren, die lokal ent­wickelt und betrie­ben wer­den. Dies­be­züg­lich gibt es noch sehr viel zu tun.

Der brei­te Ein­satz von KI kann ausser­dem mit der Ver­ar­bei­tung von rie­si­gen Men­gen per­so­nen­be­zo­ge­ner und ver­trau­li­cher Daten (aus dem Gesund­heits­be­reich, der Ver­wal­tung, von poli­ti­schen Insti­tu­tio­nen) ein­her­ge­hen. Mit einer sou­ve­rä­nen digi­ta­len Infra­struk­tur wird der Schutz die­ser sen­si­blen Daten ver­stärkt, was für die Ach­tung unser aller Pri­vat­sphä­re, die Wah­rung unse­rer Grund­frei­hei­ten und die Unab­hän­gig­keit der Schweiz aus­schlag­ge­bend ist.

Dies ist ein ent­schei­den­der stra­te­gi­scher Schritt, um unse­re Sicher­heit und Sou­ve­rä­ni­tät im Cyber­raum zu gewähr­lei­sten, unse­re Wirt­schaft im digi­ta­len Wan­del zu för­dern und die Rol­le der Schweiz als ver­trau­ens­wür­di­ge Part­ne­rin im Digi­ta­li­sie­rungs­be­reich auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne zu festi­gen. Auch eine recht­li­che Defi­ni­ti­on der Sou­ve­rä­ni­tät im Cyber­raum ist erforderlich.

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