Die NZZ berich­tet am 15.2.2016 über die Fra­ge, ob das Kar­tell­recht zur Bewäl­ti­gung der digi­ta­len Wirt­schaft ange­passt wer­den muss (S. 20):

In der Schweiz sind kei­ne Ände­run­gen des Kar­tell­rechts geplant. Für die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on (Weko) ist die digi­ta­le Wirt­schaft aber in die­sem Jahr ein Schwer­punkt­the­ma. Eine inter­ne Arbeits­grup­pe prüft bis Ende Jahr, inwie­fern die Pra­xis der Behör­de ange­passt wer­den muss. Wie Patrik Ducrey, stell­ver­tre­ten­der Direk­tor der Weko, auf Anfra­ge aus­führ­te, geht es dabei vor allem um Fra­gen der Markt­ab­gren­zung und um die Berück­sich­ti­gung der Tat­sa­che, dass in der digi­ta­len Welt zwar schnel­ler eine star­ke Markt­stel­lung erreicht wird, die­se aber auch rascher ein­ge­büsst wer­den kann. Unter ande­rem des­halb habe die Weko etwa jüngst(Verweis) die gemein­sa­me Ver­mark­tungs­fir­ma von SRG, Swis­s­com und Rin­gier, mit der die Schwei­zer Fir­men US-Kon­zer­nen wie Goog­le und Face­book die Stirn bie­ten wol­len, zurück­hal­tend beur­teilt. In der Schweiz sind die Vor­aus­set­zun­gen stren­ger als in der EU, um einen Zusam­men­schluss zu ver­bie­ten. Es gibt denn auch Stim­men, die argu­men­tie­ren, dass ein ver­gleich­ba­res Joint Ven­ture im deut­schen Markt vom Bun­des­kar­tell­amt nicht gebil­ligt wor­den wäre.

Posted by David Vasella

RA Dr. David Vasella ist Rechtsanwalt bei FRORIEP. Er ist auf IT-, Datenschutz- und Immaterialgüterrecht spezialisiert und ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich. Er ist Gründer von swissblawg.