Parl. Initia­ti­ve Vischer (14.413): Grund­recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbstbestimmung

Parl. Initia­ti­ve Vischer (14.413): Grund­recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbstbestimmung
Fol­ge gege­ben (20.08.2015)

Ein­ge­reich­ter Text

Gestützt auf Arti­kel 160 Absatz 1 der Bun­des­ver­fas­sung und Arti­kel 107 des Par­la­ments­ge­set­zes rei­che ich fol­gen­de par­la­men­ta­ri­sche Initia­ti­ve ein:

Arti­kel 13 Absatz 2 der Bun­des­ver­fas­sung sei so zu ändern, dass der Daten­schutz statt eines Miss­brauchs­schut­zes zu einem Grund­recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung wird.

Begrün­dung

Nicht nur durch den NSA-Skan­dal hat der Daten­schutz auch in der Schweiz eine neue Bedeu­tung und Beach­tung erhal­ten. Gene­rell gefähr­den die Risi­ken, die von den sich in hor­ren­dem Tem­po per­fek­tio­nie­ren­den tech­no­lo­gi­schen Mög­lich­kei­ten der moder­nen Daten­ver­ar­bei­tung aus­ge­hen, die freie Ent­fal­tung der Per­sön­lich­keit. Denn wer nicht weiss oder beein­flus­sen kann, wel­che Infor­ma­tio­nen bezüg­lich sei­nes Ver­hal­tens gespei­chert und vor­rä­tig gehal­ten wer­den, ist in sei­nem Ver­hal­ten ein­ge­schränkt. Beein­träch­tigt ist dabei nicht nur die indi­vi­du­el­le Hand­lungs­frei­heit, son­dern auch das Gemein­wohl, denn ein frei­heit­li­ches und demo­kra­ti­sches Gemein­we­sen ist auf die selbst­be­stimm­te Mit­wir­kung sei­ner Bür­ge­rin­nen und Bür­ger angewiesen.

Der in der Bun­des­ver­fas­sung garan­tier­te Daten­schutz gemäss Arti­kel 13 Absatz 2 der Bun­des­ver­fas­sung schützt die ein­zel­ne Per­son ledig­lich vor dem Miss­brauch. Das führt nament­lich dazu, dass im Ergeb­nis die Beweis­last der Grund­rechts­ein­schrän­kung zula­sten der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und nicht des Staa­tes oder der Inter­net­be­trei­ber ver­teilt ist. Mit der Aus­wei­tung der Ver­fas­sungs­be­stim­mung im bean­trag­ten Sin­ne wird eine neue ver­fas­sungs­mä­ssi­ge Grund­la­ge geschaf­fen, um dies zu ändern.

Bis­her schei­ter­ten ähn­li­che Vor­ha­ben. Die Erfah­run­gen der letz­ten Mona­te evo­zie­ren frei­lich drin­gen­den Handlungsbedarf.