Postu­lat Dobler (23.3201): Rechts­la­ge der künst­li­chen Intel­li­genz – Unsi­cher­hei­ten klä­ren, Inno­va­ti­on fördern!

Postu­lat Dobler (23.3201): Rechts­la­ge der künst­li­chen Intel­li­genz – Unsi­cher­hei­ten klä­ren, Inno­va­ti­on fördern!

Ein­ge­reich­ter Text

Nicht erst seit­dem die Appli­ka­ti­on Chat GPT von Open AI öffent­lich zugäng­lich gemacht wur­de, ist klar, dass die Ent­wick­lun­gen im Bereich der künst­li­chen Intel­li­genz (KI) immer dyna­mi­scher und tief­grei­fen­der wer­den. Es gilt zu prü­fen, ob die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen dahin­ge­hend aus­ge­stal­tet sind, dass unser Rechts­sy­stem und sei­ne Prin­zi­pi­en auch mit neu­en Tech­no­lo­gien wei­ter greifen.

Der Bun­des­rat wird damit beauftragt,

1. Bericht zu erstat­ten, ob und wo er aktu­ell bei der Geset­zes­la­ge und Rechts­pra­xis Lücken iden­ti­fi­ziert, wel­che dazu füh­ren, dass unser Rechts­sy­stem den Ent­wick­lun­gen rund um KI nicht gerecht wird.

2. Stel­lung dazu zu neh­men, ob die momen­ta­ne juri­sti­sche Pra­xis aus­rei­chend ist, um der sei­tens der Bevöl­ke­rung zuneh­men­den Unsi­cher­heit ausser­halb der unmit­tel­bar für den Bund anwend­ba­ren Rechts­be­rei­che zu begegnen.

Dabei soll er sich von einem tech­no­lo­gie­neu­tra­len Ansatz lei­ten lassen.

Gestützt auf die­se Ana­ly­se soll:

3. Geprüft wer­den, ob eine Stra­te­gie, basie­rend auf einer Chan­cen- Risi­ko Ana­ly­se durch eine Exper­ten­grup­pe, aus Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und NGOs erstellt wer­den muss.

4. Gege­be­nen­falls ein Kon­zept zum gesetz­ge­be­ri­schen Hand­lungs­be­darf erstellt wer­den, in dem die Prio­ri­tä­ten, der Zeit­plan für die Umset­zung der not­wen­di­gen Mass­nah­men und die Bereit­stel­lung der not­wen­di­gen Res­sour­cen aus­ge­führt werden.

Begrün­dung

Der Bund hat auf die zuneh­men­de Wich­tig­keit von KI reagiert, Vor­stö­sse zu die­sem The­ma beant­wor­tet, Doku­men­te und Leit­li­ni­en zu Risi­ken und Chan­cen ver­öf­fent­licht und Exper­ten­gre­mi­en ein­be­ru­fen. Zu nen­nen sind die Leit­li­ni­en des Bun­des zu KI, die Stra­te­gie Digi­ta­le Schweiz, der Bericht der inter­de­par­te­men­ta­len Arbeits­grup­pe zu künst­li­cher Intel­li­genz (IDAG KI), sowie das Kom­pe­tenz­netz­werk Künst­li­che Intel­li­genz des BFS (CNAI). Auch das revi­dier­te Daten­schutz­ge­setz deckt kri­ti­sche Berei­che ab, in denen KI zur Anwen­dung kommt. Dies sind wich­ti­ge erste Schrit­te, es ist aber nicht klar, ob sie aus­rei­chend sind. Beson­ders in den Berei­chen ausser­halb des Wir­kungs­be­reichs des Bun­des (Pri­vat- und Zivil­recht), bestehen Unsi­cher­hei­ten, wo ein Bezugs­rah­men, der auch die Pri­vat­wirt­schaft mit ein­be­zieht, weit­ge­hend fehlt.

Aussen­po­li­tisch ist die Schweiz im “Com­mit­tee on Arti­fi­ci­al Intel­li­gence” (CAI) des Euro­pa­ra­tes aktiv, wo sich auch pri­vat­wirt­schaft­li­che Akteu­re an den Bera­tun­gen betei­li­gen, und setzt sich als kon­struk­ti­ver Part­ner für bin­den­de Leit­li­ni­en inner­halb der Mit­glie­der des Euro­pa­ra­tes ein. Nun soll sie dies auch innen­po­li­tisch in kohä­ren­ter Wei­se tun. Statt ledig­lich wei­ter zuzu­war­ten, kann die Schweiz ihren tech­no­lo­gi­schen Inno­va­ti­ons­stand­ort wei­ter för­dern und auf den Bereich KI aus­deh­nen, wenn dem The­ma mit einem prag­ma­ti­schen Ansatz begeg­net wird (ana­log DLT-Gesetz­ge­bung) und pro­ak­tiv im Sin­ne von “so viel wie nötig, so wenig wie mög­lich” Lücken iden­ti­fi­ziert und ‑soweit erfor­der­lich- Anpas­sun­gen vor­ge­nom­men werden.

Die EU hat mit­hil­fe des bereits 2021 vor­ge­leg­ten EU AI Acts den Stein zur euro­pa­wei­ten KI-Regu­lie­rung ins Rol­len gebracht. Obschon der AI Act noch nicht fer­tig ver­han­delt ist, lässt sich bereits erken­nen, dass die EU eine all­ge­mei­ne Dach­lö­sung anstrebt, wäh­rend die Regu­lie­rung von Sek­tor zu Sek­tor in sepa­ra­ten Geset­zen und Ver­ord­nun­gen suk­zes­si­ve aus­zu­dif­fe­ren­zie­ren sein wird.

Die letzt­lich ent­ste­hen­de EU-Ver­ord­nung zu KI wird auf­grund extra­ter­ri­to­ria­ler Wir­kung in abseh­ba­rer Zeit auch Aus­wir­kun­gen auf die Schweiz haben.

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