Postu­lat Nan­ter­mod (26.3383): Besei­ti­gen der regu­la­to­ri­schen Hin­der­nis­se, um die Ein­füh­rung der KI in der Wirt­schaft und der Ver­wal­tung zu beschleunigen

Ein­ge­reich­ter Text

Der Bun­des­rat wird beauf­tragt, einen Bericht mit fol­gen­dem Inhalt zu erarbeiten:

  1. einer Aus­le­ge­ord­nung der gesetz­li­chen und der regu­la­to­ri­schen Bestim­mun­gen, die mög­li­cher­wei­se dazu füh­ren, dass in den Schwei­zer Unter­neh­men und in der Schwei­zer Ver­wal­tung die brei­te Ein­füh­rung und der brei­te Ein­satz der lei­stungs­fä­hig­sten Model­le für die künst­li­che Intel­li­genz (KI), ins­be­son­de­re der ame­ri­ka­ni­schen KI, gebremst werden;
  2. einer Inter­es­sen­ab­wä­gung im Ein­zel­fall mit dem Ziel zu ana­ly­sie­ren, ob die Gesetz­ge­bung ange­passt wer­den muss, um eine rasche­re und brei­te­re Ein­füh­rung der KI zu fördern;
  3. eine – allen­falls auch nur gro­be – Schät­zung des poten­zi­el­len Pro­duk­ti­vi­täts- Wachs­tums- und ‑Wohl­stands­ver­lusts auf­grund einer ver­zö­ger­ten Ein­füh­rung der KI in den Unter­neh­men und der Verwaltung.

Im Bericht sol­len ins­be­son­de­re die Bestim­mun­gen betref­fend den Daten­schutz, die inter­na­tio­na­le Daten­über­tra­gung, das Berufs- und das Amts­ge­heim­nis, die Haft­pflicht und das öffent­li­che Beschaf­fungs­we­sen sowie sämt­li­che ande­ren Rege­lun­gen, die den Ein­satz fort­schritt­li­cher KI-Model­le mög­li­cher­wei­se beein­flus­sen, unter­sucht werden.

Begrün­dung

Es gibt unzäh­li­ge Mass­nah­men, die dar­auf abzie­len, den Ein­satz von KI ein­zu­schrän­ken. Die Fra­gen rund um die Risi­ken von KI neh­men in der poli­ti­schen Debat­te unver­hält­nis­mä­ssig viel Raum ein und ver­decken das eigent­li­che The­ma: das ausser­or­dent­li­che Poten­zi­al der KI für das Wachs­tum und die Innovation.

Die­ses Poten­zi­al ist vor allem für den Dienst­lei­stungs­sek­tor, das Herz­stück der Schwei­zer Wirt­schaft, bedeu­tend. Die Stu­di­en nen­nen dies­be­züg­lich ins­be­son­de­re die Schlüs­sel­sek­to­ren der Schwei­zer Wirt­schaft, wie den Finanz­sek­tor, die IT-Bran­che, das Ingenieur‑, das Rechts- und das Gesund­heits­we­sen sowie natür­lich die öffent­li­che Ver­wal­tung. In die­sen Sek­to­ren ermög­licht die KI die Auto­ma­ti­sie­rung von Auf­ga­ben, die Beschleu­ni­gung der Infor­ma­ti­ons­be­ar­bei­tung und eine bes­se­re Qua­li­tät der Entscheide.

In den kom­men­den Jah­ren wird der Pro­duk­ti­vi­täts­ge­winn dank der KI ein bestim­men­der Fak­tor sein zwi­schen den Län­dern, deren Wirt­schaft wächst, und den­je­ni­gen, deren Wirt­schaft sta­gniert oder schrumpft. Vor die­sem Hin­ter­grund besteht das Haupt­ri­si­ko nicht in der KI selbst, son­dern in ihrer ver­zö­ger­ten Ein­füh­rung.

Auch wenn der Schwei­zer Rechts­rah­men nicht aus­drück­lich auf die KI abzielt, kann er doch den brei­ten Ein­satz der KI, beson­ders der fort­schritt­lich­sten Model­le, die im Aus­land ent­wickelt wer­den, behindern.

Wird die KI in der Schweiz nicht im glei­chen Tem­po ein­ge­führt wie in kon­kur­rie­ren­den Län­dern mit einer weni­ger ver­hal­te­nen Wirt­schafts­ent­wick­lung, ist dies nicht ein neu­tra­ler Ent­scheid, son­dern ein Ent­scheid mit schwer­wie­gen­den wirt­schaft­li­chen Folgen.