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Revi­si­on KVG: SGK‑S schlägt neu­en Art. 56a KVG vor (Ver­si­cher­ten­in­for­ma­ti­on durch Grundversicherer)

Im lau­fen­den Geschäft zur “Ände­rung des KVG betref­fend Mass­nah­men zur Kosten­dämp­fung – Paket 2” (Geschäfts­nr. 22.062) ist u.a. ein Vor­schlag zur Anpas­sung von Art. 84 KVG (Daten­be­ar­bei­tung durch die Orga­ne der OKP) in Dis­kus­si­on (sie­he bereits hier). Der Natio­nal­rat hat­te am 28. Sep­tem­ber 2023 ent­spre­chend einem Vor­schlag der SGK‑N vom 31. August 2023 vor­ge­schla­gen, Art. 56 KVG um einen neu­en Abs. 1bis KVG zu ergänzen:

1bis Zur Sicher­stel­lung der Mass­nah­men gemäss Absatz 1 kön­nen die Ver­si­che­rer die bei ihnen ver­si­cher­ten Per­so­nen indi­vi­du­ell infor­mie­ren über deren bezo­ge­ne Lei­stun­gen, über Mass­nah­men zur Ver­hü­tung von Krank­hei­ten und über Ange­bo­te, die auf eine ver­bes­ser­te Wirt­schaft­lich­keit und Koor­di­na­ti­on der medi­zi­ni­schen Lei­stungs­er­brin­gung abzie­len, sowie mit deren Ein­ver­ständ­nis den Lei­stungs­er­brin­gern Infor­ma­tio­nen über die von den Ver­si­cher­ten bezo­ge­nen Lei­stun­gen zur Ver­fü­gung stellen.

In Art. 84 soll­te ein neu­er Abs. 1 lit. j die erfor­der­li­che Daten­be­ar­bei­tung erlauben.

Die SGK‑S hat das Anlie­gen in ihrer Sit­zung vom 23. April 2024 auf­ge­nom­men, will statt­des­sen aber einen neu­en Art. 56a schaf­fen (und eben­falls Art. 84 Abs. 1 lit. j KVG). Art. 56a KVG (sie­he die aktu­el­le Fah­ne) hät­te fol­gen­den Wortlaut:

Art. 56a Geziel­te Infor­ma­tio­nen der Versicherten
1 Die Ver­si­che­rer kön­nen die Ver­si­cher­ten gezielt über kosten­gün­sti­ge­re Lei­stun­gen, die Wahl von geeig­ne­ten beson­de­ren Ver­si­che­rungs­for­men und prä­ven­ti­ve Mass­nah­men informieren.
2 Die Ver­si­che­rer infor­mie­ren die Ver­si­cher­ten bei der ersten Kon­takt­auf­nah­me über den Zweck der spe­zi­fi­schen Infor­ma­ti­on gemäss Absatz 1 und wei­sen die Ver­si­cher­ten auf die Frei­wil­lig­keit zu deren Erhalt sowie die Mög­lich­keit des jeder­zei­ti­gen Wider­spruchs hin.

Art. 84 Abs. 1 lit. j KVG wür­de den Kran­ken­ver­si­che­rern ent­spre­chend erlauben,

die Ver­si­cher­ten gezielt über kosten­gün­sti­ge­re Lei­stun­gen, die Wahl von geeig­ne­ten beson­de­ren Ver­si­che­rungs­for­men und prä­ven­ti­ve Mass­nah­men zu informieren.

Das grund­sätz­lich berech­tig­te Anlie­gen, im Bereich des Obli­ga­to­ri­ums eine Bera­tung Grund­ver­si­cher­ter zu ermög­li­chen, fin­det im Par­la­ment offen­bar brei­te Zustim­mung. Auf­fal­lend ist, dass kei­ne Grund­la­ge für ein damit zusam­men­hän­gen­des Pro­fil­ing geschaf­fen wer­den soll – viel­leicht eine Unter­las­sungs­sün­de, wenn man an die (zu) brei­te Defi­ni­ti­on des Pro­fil­ing denkt.

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