Die schwe­di­sche Daten­schutz­be­hör­de, die Inte­gri­tets­skydds­myn­di­ghe­ten (IMY), hat am 10. Juni 2026 einen Bericht dazu ver­öf­fent­licht, wel­che Rol­le nach der DSGVO ein Anbie­ter ein­nimmt, der KI-Anwen­dun­gen bereit­stellt, anpasst oder wei­ter­ent­wickelt. Der Bericht geht auf eine drei­mo­na­ti­ge “Express-Sand­box” für Daten­schutz mit dem Anbie­ter Eggs­plain zurück. IMY hat drei Pha­sen des Lei­stungs­zy­klus’ unter­sucht, Instal­la­ti­on der Hard­ware, Bereit­stel­lung und Fine­tu­ning von KI-Anwen­dun­gen sowie lau­fen­de Dien­ste, auf Basis der Gui­de­lines 07/2020 des EDSA (on the con­cepts of con­trol­ler and pro­ces­sor in the GDPR). Für Model­le, die mit Per­so­nen­da­ten trai­niert wur­den, ver­weist IMY zusätz­lich auf die Opi­ni­on 28/2024 des EDSA (on cer­tain data pro­tec­tion aspects rela­ted to the pro­ce­s­sing of per­so­nal data in the con­text of AI models).

Über­ra­schen­des ent­hält der Bericht nicht. Die daten­schutz­recht­li­che Rol­le rich­tet sich jeweils danach, wie der Anbie­ter Per­so­nen­da­ten bear­bei­tet, nicht nach der Natur sei­ner Lei­stung. Zu den Rechts­grund­la­gen und den Betrof­fe­nen­rech­ten sagt der Bericht aller­dings nichts.

Beim Fine­tu­ning unter­schei­det die IMY vier Kon­stel­la­tio­nen, wobei offen bleibt, ob eine so trenn­schar­fe Unter­schei­dung prak­tisch über­haupt in Fra­ge kommt:

  • Bereit­stel­lung ohne Fine­tu­ning: Soweit ein Anbie­ter nur eine Dritt­an­wen­dung ver­mit­telt, ohne selbst auf Per­so­nen­da­ten zuzu­grei­fen und ohne Zweck oder wesent­li­che Mit­tel zu bestim­men, trifft ihn kei­ne Rolle.
  • Fine­tu­ning auf eige­ne Initia­ti­ve: Beim Fine­tu­ning für einen brei­te­ren Kun­den­kreis ist der Anbie­ter ein Verantwortlicher.
  • Fine­tu­ning im Auf­trag: Beim Fine­tu­ning nach Wei­sung und für die Zwecke eines bestimm­ten Kun­den ist der Anbie­ter ein Auf­trags­be­ar­bei­ter, der Kun­de ein Ver­ant­wort­li­cher. Das trifft auch zu, wenn der Anbie­ter bei prak­ti­schen oder tech­ni­schen Fra­gen einen gewis­sen Spiel­raum geniesst.
  • Gemein­sa­me Wei­ter­ent­wick­lung: Bestim­men Anbie­ter und Kun­de zusam­men über Zweck und die wesent­li­chen Mit­tel, liegt eine gemein­sa­me Ver­ant­wort­lich­keit vor. Dafür genügt die blo­sse Zusam­men­ar­beit oder ein gemein­sa­mes kom­mer­zi­el­les Inter­es­se aller­dings nicht.

Für die übri­gen Phasen:

  • Ver­kauf, Ver­mie­tung oder Instal­la­ti­on von Hard­ware: kei­ne Rolle
  • Migra­ti­on von Daten­ban­ken, Benut­zer­kon­ten oder Logs: Auf­trags­be­ar­bei­tung
  • Ver­wen­dung der Anwen­dung: geson­dert zu beur­tei­len, ver­ant­wort­lich ist grund­sätz­lich der Kun­de, der Anbie­ter ist Auf­trags­be­ar­bei­ter, soweit er die tech­ni­sche Umge­bung bereitstellt.
  • Sup­port und Bera­tung: je nach kon­kre­ter Tätig­keit. Bei einer Aus­wer­tung von Sup­port­fäl­len für die eige­ne Ser­vice­qua­li­tät ist der Anbie­ter ein Ver­ant­wort­li­cher, bei der Bear­bei­tung nur im Kun­den­auf­trag ein Auftragsbearbeiter.
  • Body Lea­se: Stellt der Anbie­ter eine Fach­kraft, die unter Lei­tung und Kon­trol­le des Kun­den in des­sen System arbei­tet, hat der Anbie­ter kei­ne Rolle.