SPK‑N: Fah­ne zum E‑DSG ver­öf­fent­licht

Die Fah­ne betref­fend die for­mel­len Anträ­ge der Staats­po­li­ti­schen Kom­mis­si­on des Natio­nal­ra­tes (SPK‑N) vom 23. Janu­ar 2020 wur­de nun ver­öf­fent­licht. Danach bestehen im Wesent­li­chen die fol­gen­den offi­zi­el­len Anträ­ge der SPK‑N an den Natio­nal­rat:

  • Pro­filing mit hohem Risi­ko (Art. 4 lit. f E‑DSG): Eine Min­der­heit bean­tragt hin­sicht­lich die­ses Begriffs den fol­gen­den Wort­laut: «Pro­filing, wel­ches zu beson­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten» führt. Damit weicht der Wort­laut des Antrags von der Begriffs­um­schrei­bung des Stän­de­ra­tes ab und schränkt die­sen auf Pro­filing­mass­nah­men, wel­che zu beson­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten füh­ren, ein.
  • Im Zusam­men­hang mit der Infor­ma­ti­ons­pflicht des Ver­ant­wort­li­chen (Art. 17 E‑DSG) sol­len weder eine Infor­ma­ti­on über die Betrof­fe­nen­rech­te noch die Absicht, Per­so­nen­da­ten zwecks Boni­täts­prü­fun­gen ver­wen­den zu wol­len, von der genann­ten Pflicht umfasst sein. Betref­fend die Aus­nah­men der Infor­ma­ti­ons­pflicht (Art. 18 E‑DSG) soll gemäss einem Min­der­heits­an­trag ent­ge­gen dem Vor­schlag des Stän­de­ra­tes ein unver­hält­nis­mä­ssi­ger Auf­wand eine ent­spre­chen­de Pflicht des Ver­ant­wort­li­chen ent­fal­len las­sen.
  • Aus­kunfts­recht (Art. 23 E‑DSG): Ein Min­der­heits­an­trag for­dert, dass die Betrof­fe­nen über das Vor­lie­gen einer auto­ma­ti­sier­ten Ein­zel­ent­schei­dungs­fin­dung sowie über die die­sem Ver­fah­ren zugrund­lie­gen­de Logik Aus­kunft ver­lan­gen darf, sofern die­se mit einer nega­ti­ven Rechts­fol­ge oder Beein­träch­ti­gung ver­bun­den ist. Eine Aus­kunft über die mög­li­chen Bear­bei­tun­gen zwecks Boni­täts­prü­fung soll gestri­chen wer­den.
  • Recht­fer­ti­gungs­grün­de (Art. 27 E‑DSG): die Kom­mis­si­on for­mu­liert betref­fend die Recht­fer­ti­gungs­grün­de bei Bear­bei­tun­gen zwecks Boni­täts­zwecken meh­re­re Anträ­ge: Ein Mehr­heits­an­trag hält am ursprüng­li­chen Vor­schlag sei­ner Kam­mer fest und will die­se zulas­sen, wenn kei­ne beson­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten betrof­fen sind (Art. 27 Abs. 2 lit. c E‑DSG). Der Min­der­heits­an­trag folgt aller­dings dem Stän­de­rat und will kei­ne sol­che Bear­bei­tung zulas­sen, wenn ein Pro­filing mit hohem Risi­ko damit ver­bun­den ist. Fer­ner dür­fen Per­so­nen­da­ten nur Drit­ten bekannt­ge­ge­ben wer­den, wenn die­se nicht älter als 10 Jah­re sind; die For­de­rung nach einer expli­zi­ten Sta­tu­ie­rung des Ver­hält­nis­mä­ssig­keits­grund­sat­zes soll gegen­über dem ursprüng­li­chen Vor­schlag des Natio­nal­ra­tes fal­len gelas­sen wer­den (Art. 27 Abs. 2 lit. c Ziff. 2 E‑DSG). Fer­ner bean­trag eine wei­te­re Min­der­heit gemäss dem ursprüng­li­chen Vor­schlag des Rates die Strei­chung der Bestim­mung, wonach Per­so­nen­da­ten nur Drit­ten bekannt­ge­ge­ben wer­den dür­fen, sofern dies Voll­jäh­ri­ge betrifft (Art. 27 Abs. 2 lit. c Ziff. 4 E‑DSG).
  • Kon­zern­pri­vi­leg: Sowohl für die Infor­ma­ti­ons­pflicht (Art. 18 Abs. 4 E‑DSG) als auch für das Aus­kunfts­recht (Art. 24 Abs. 2bis E‑DSG) sowie bei den Recht­fer­ti­gungs­grün­den (Art. 27 Abs. 2 lit. b E‑DSG) wird das vor­ge­schla­ge­ne Kon­zern­pri­vi­leg bestä­tigt (vgl. dazu auch Blog­bei­trag vom 25. Janu­ar 2020).

Die Anträ­ge wer­den in der kom­men­den Früh­jahrs­ses­si­on (2. – 20. März 2020) im Natio­nal­rat dis­ku­tiert. Es bleibt somit das Ergeb­nis die­ser Bera­tun­gen abzu­war­ten.