Take-Aways (AI)
  • Whist­le­b­lower mel­den Miss­stän­de intern oder extern; vie­le Unter­neh­men in der Schweiz eta­blie­ren Mel­de­sy­ste­me und haben for­mel­le Signalgeberpolitiken.
  • Der A._____-Konzern beauf­trag­te das Wirt­schafts­prü­fungs­un­ter­neh­men C. als exter­nen Whist­le­b­lower-Ser­vice-Pro­vi­der zur Ent­ge­gen­nah­me und Unter­su­chung von Meldungen.
  • Die Vor­in­stanz wies Schutz­mass­nah­men­an­trag der Beklag­ten ab, da die­se kei­ne glaub­haft gemach­te Gefähr­dung schutz­wür­di­ger Inter­es­sen nachwies.

3.1. Whist­le­b­lower sind Per­so­nen, die auf Miss­stän­de in ihrer Orga­ni­sa­ti­on auf­merk­sam machen. Wer­den die Miss­stän­de gegen­über Insti­tu­tio­nen ausser­halb der eige­nen Orga­ni­sa­ti­on (Auf­sichts­be­hör­den, Medi­en, usw.) gemel­det, spricht man von “exter­nem” Whist­le­b­lo­wing. Erfolgt eine Mel­dung an eine Stel­le inner­halb der Orga­ni­sa­ti­on, in wel­cher Miss­stän­de auf­tre­ten, spricht man von “inter­nem” Whist­le­b­lo­wing ([…]). Vie­le Unter­neh­mun­gen, auch in der Schweiz, rich­ten Mel­de­sy­ste­me für Whist­le­b­lower ein. Der A._____-Konzern hat eine Whist­le­b­lower Poli­cy erlas­sen (Urk. 6÷17÷3, in eng­li­scher und deut­scher Ver­si­on; “Signal­ge­ber­po­li­tik”). Die Wei­sung gilt welt­weit für alle Ange­stell­ten von A. […]. Mit der Ent­ge­gen­nah­me und Unter­su­chung von Mel­dun­gen von Whist­le­b­lo­wern wur­de das Wirt­schafts- und Prü­fungs­un­ter­neh­men C. beauf­tragt. C. ist der Whist­le­b­lower Ser­vice Pro­vi­der [WSP] der Beklagten […].

4.2. Die Vor­in­stanz kam zum Schluss, die Beklag­te habe kei­ne Gefähr­dung von schutz­wür­di­gen Inter­es­sen glaub­haft gemacht. Der pro­zes­sua­le Antrag der Beklag­ten (um Erlass von Schutz­mass­nah­men) sei bereits unter die­sem Aspekt abzu­wei­sen (Urk. 2 S. 7, E. 5.1.4). Wei­ter erwog sie, es bestün­den “fun­da­men­ta­le Inter­es­sen” des Klä­gers, in Urkun­de 6/19 (samt Anhän­ge) Ein­blick zu neh­men. Der Antrag der Beklag­ten sei auch unter dem Aspekt der höher gewich­te­ten Inter­es­sen des Klä­gers abzu­wei­sen. Aus den genann­ten Grün­den sei­en die Even­tu­al- und Sube­ven­tu­al­an­trä­ge eben­falls abzu­wei­sen (Urk. 2 S. 7 ff.).