USA: FISA Titel VII (mit Sec. 702) bis zum 19. April 2024 verlängert

FISA, der For­eign Intel­li­gence Sur­veil­lan­ce Act, ist das Herz­stück der US-ame­ri­ka­ni­schen nach­rich­ten­dienst­li­chen Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung. Abschnitt 702 (“Pro­ce­du­res for Tar­ge­ting Cer­tain Per­sons Out­side the United Sta­tes Other Than United Sta­tes Per­sons”; FISA 702) ist Teil des Tit­le VII des FISA und erlaubt ins­be­son­de­re die Beschaf­fung nach­rich­ten­dienst­li­cher Infor­ma­tio­nen über Nicht-US-Per­so­nen, von denen anzu­neh­men ist, dass sie sich ausser­halb der USA befin­den, mit erzwun­ge­ner Unter­stüt­zung von Anbie­tern elek­tro­ni­scher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­dien­ste in den USA. Des­halb hat­te der EuGH im Schrems II-Urteil zum FISA festgehalten,

[…] lässt Sec­tion 702 des FISA in kei­ner Wei­se erken­nen, dass für die dar­in ent­hal­te­ne Ermäch­ti­gung zur Durch­füh­rung von Über­wa­chungs­pro­gram­men zum Zweck der Aus­lands­auf­klä­rung Ein­schrän­kun­gen bestehen; genau­so wenig ist erkenn­bar, dass für poten­zi­ell von die­sen Pro­gram­men erfass­te Nicht-US-Per­so­nen Garan­tien exi­stie­ren. Unter die­sen Umstän­den ist die­se Vor­schrift […] nicht geeig­net, ein Schutz­ni­veau zu gewähr­lei­sten, das dem durch die Char­ta […] garan­tier­ten Niveau der Sache nach gleich­wer­tig ist.

Sec. 702 ist damit Bestand­teil der Rechts­ord­nung, die der EuGH als mit der EU-Char­ta nicht gleich­wer­tig erach­tet hat. Ent­spre­chend ist im Rah­men von Trans­fer Impact Assess­ment die Wahr­schein­lich­keit zu bewer­ten, dass US-Behör­den auf der Grund­la­ge von FISA an einen US-Emp­fän­ger über­mit­tel­te Per­so­nen­da­ten abgreifen.

FISA Tit­le VII wäre am 31. Dezem­ber 2023 aus­ge­lau­fen. US-Prä­si­dent Joe Biden hat die­se Dau­er am 22. Dezem­ber 2023 nun bis zum 19. April 2024 ver­län­gert. Die Ver­län­ge­rung ist im “Natio­nal Defen­se Aut­ho­rizati­on Act for Fis­cal Year 2024″, dem 3000 Sei­ten star­ken Ver­tei­di­gungs­ge­setz, als “Sec. 7902. Exten­si­on of Tit­le VII of FISA” ver­bor­gen. Inhalt­lich bleibt Tit­le VII aber unver­än­dert. Die Ver­län­ge­rung war zuvor kon­tro­vers dis­ku­tiert worden.

Dadurch ändert sich mit Bezug auf Über­mitt­lun­gen in die USA vor­erst nichts. Sobald die Schweiz aller­dings über ein aner­kann­tes CH-US Data Pri­va­cy Frame­work ver­fügt – wohl Ende Q12024 –, spielt FISA für Über­mitt­lun­gen im Nor­mal­fall kei­ne Rol­le mehr.

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